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    Bonn

    Elfenblumen: Ein kaum gehobener Schatz

    Elfenblumen besitzen alle Eigenschaften, um zur beliebten Zimmerpflanze aufzusteigen: elegante, zarte Blüten, schön geformte Blätter und spannende Blattfarben mit Rot-, Bronze- und Kupfertönen auf lichtem Grün.

    Elfenblume
    Pralle Sonne bekommt Elfenblumen nicht – dann verbrennen ihre dünnen Blätter. (Bild: Nickig/dpa/tmn)

    Nur mit dem Image haben sie noch ein bisschen zu kämpfen: Denn lange Jahre dienten Epimedium – wie sie botanisch heißen – eher als Lückenbüßer und als durchsetzungsstarke Flächendecker im Garten. Erst jetzt, nachdem immer mehr der neuen chinesischen Epimedium in den Gärtnereien auftauchen, wird deutlich, was wirklich in ihnen steckt.

    Wer die lockeren Blütenwolken der Elfenblumen das erste Mal sieht, ist erstaunt. Rund um Stempel und Staubgefäße tragen sie Kronblätter, die wie gebogene Sporne geformt sind oder wie die Zipfel der Kappe von Till Eulenspiegel. Rund um Stempel und Staubgefäße liegen auch die Öffnungen der Sporne, aus denen es für Insekten verlockend duftet. Hineinkriechen geht nicht ohne sich selbst oder die Narben der Blüte mit Pollen zu bepudern. So hat die Blüte ihr Ziel erreicht.

    Unmittelbar über den vier Kronblättern sitzen vier Kelchblätter, die das Farbenspiel der Blüten unterstützen. Fröhliches Gelb oder Weiß ist die Farbe bei den gewohnten 20 bis 30 Zentimeter hohen Elfenblumen. Die alte Artkreuzung Epimedium x rubrum überrascht aber auch schon mit gelben Kronblättern unter rotem Kelch. Die neuen, mit 40 Zentimeter meist etwas höheren Elfenblumen spielen noch mehr mit den Farben. Bei Epimedium acuminatum wird Purpurviolett vom fast weißem Kelch begleitet.

    Gehölzschatten und die etwas lichteren Standorte am Gehölzsaum sind der ideale Standort. Pralle Sonne bekommt Elfenblumen nicht. Dann verbrennen ihre dünnen Blätter. Umso robuster sind sie an weniger vom Licht verwöhnten Standorten, mit denen viele Gartenbesitzer sich eher schwer tun. Wer dort eine saubere, immer anständig aussehende Fläche haben möchte, der greift zu alt bewährten Arten wie Epimedium pinnatum, Epimedium pubigerum oder Epimedium perralderanum mit der fröhlich gelb blühenden Sorte 'Frohnleiten'. Sie bilden durch Ausläufer in wenigen Jahren einen dichten Teppich. Unkräuter haben dazwischen keine Chance, andere Arten allerdings auch nicht.

    Die bewährten Arten und Sorten sind robust. Am liebsten wachsen sie in humusreichen, gleichmäßig feuchten Böden, sie zeigen sich aber auch relativ unempfindlich gegenüber Trockenheit. Bei entsprechender Bodenvorbereitung und sorgfältiger Pflege in den ersten Jahren lassen sie sich sogar im Wurzelfilz hoher Bäume oder besser in einer Mulchschicht über dem Wurzelfilz ansiedeln. Die neuen chinesischen Sorten sind anspruchsvoller. Sie gedeihen nicht ohne gleichmäßige Bodenfeuchte und humusreichen Boden mit gutem Wasserabzug.

    Elfenblumen vor Spätfrost schützen

    Der zarte Austrieb der Elfenblumen ist empfindlich gegenüber Spätfrost. Das gilt für die neuen chinesischen Arten und ihre Sorten ganz besonders. Elfenblumen sollten daher immer einen geschützten Standort bekommen – beispielsweise im Schutz einer Hecke oder unterm Zweigdach eines Strauches. Plätze mit winterlicher Morgensonne sind tabu. Die rasche Erwärmung nach einer Frostnacht würde die Zellen der jungen Blätter zerreißen. Kommt Frost, nachdem bereits das alte Laub abgeschnitten wurde, um dem Neuaustrieb Platz zu machen, hilft notfalls Abdecken mit Tannenzweigen oder Tüchern.

    Ratgeber: Garten & Umwelt
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