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    Berlin

    Stefan Schumacher vor Betrugsprozess

    Die Doping-Affäre des Jahres 2008 ist bei Radprofi Stefan Schumacher wieder präsent. Der 31-jährige Schwabe aus Nürtingen muss zweimal auf der Anklagebank Platz nehmen.

    Prozess
    Stefan Schumacher muss sich vor Gericht verantworten.
    Foto: Marijan Murat – DPA

    Zum einen geht er in Berufung gegen ein gerade ergangenes Schadensersatzurteil des Landgerichts Stuttgart. Außerdem steht nach Mitteilung desselben Gerichts im März oder April ein Betrugsprozess bevor. Die Staatsanwaltschaft geht gegen den WM-Dritten von 2007 vor, weil er zwischen Juli und Oktober 2008 von seinem damaligen Team Gerolsteiner 150 000 Euro Gehalt erhalten hatte, obwohl positive Doping-Tests bereits bekannt waren. Schumacher, der beim Drittligisten Christina Watches-Onfone fährt, war im Juli 2008 bei der Tour de France und danach bei den Olympischen Spielen in Peking die Einnahme des Blutdopingmittels Cera nachgewiesen worden. Als Folge war er nach Einspruch vom Internationalen Sportgerichts CAS bis 27. August 2010 gesperrt worden.

    Im dänischen Schumacher-Team hatte Michael Rasmussen im Vormonat ein umfangreiches Doping-Geständnis abgelegt, in dem er klarstellte, von 1998 bis 2010 nahezu ununterbrochen verbotene leistungssteigernde Substanzen eingenommen zu haben. Der dänische Radprofi beendete seine Karriere und wechselte ins Management von Christina Watches.

    Das Landgericht Stuttgart hatte zuletzt dem einstigen Schumacher-Sponsor «Trelock» aus Münster Schadensersatz zugesprochen. Gegen das erstinstanzliche Urteil geht der Profi in Berufung, teilte sein Anwalt Michael Lehner der Nachrichtenagentur dpa mit. Der Streitwert lag laut Lehner «zwischen 30 000 und 40 000 Euro», die Schumacher zurückzahlen soll.

    Der Fahrradzubehör-Hersteller hatte «Jahres- und Siegprämien» und den Gegenwert von «vernichtetem Werbematerial» zurückgefordert, wie eine «Trelock»-Sprecherin mitteilte. Die Summe, um die es geht, bestätigte sie nicht. Die Firma hatte Schumacher 2008 nach Bekanntwerden der positiven Kontrollen gekündigt.

    «Ich stelle mich der Sache und werde Rede und Antwort stehen», zitierten die «Stuttgarter Zeitung» den Radprofi vor dem in den nächsten Wochen beginnenden Betrugsprozess. Schumacher, der nach Ablauf seiner Sperre nie mehr wie beabsichtigt in einem WorldTour-Team Fuß gefasst hatte, bestreitet Doping nach wie vor. Zuletzt hatte er im September bei der Tour of China mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht.

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