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Madrid

Im Vuelta-Endspurt holt sich Aru das Rote Trikot

dpa

Mit einem fulminanten Endspurt auf der vorletzten Etappe der 70. Spanien-Rundfahrt hat Fabio Aru den Niederländer Tom Dumoulin noch aus dem Roten Trikot gefahren.

Fabio Aru
Fabio Aru eroberte auf der vorletzten Etappe der Spanien-Rundfahrt das rote Trikot zurück.
Foto: Javier Lizon – dpa

Nach Rang zwei beim diesjährigen Giro d'Italia hinter einem überragenden Alberto Contador (Aru: «mein Idol») steht der 25 Jahre alte Italiener nun erstmals in seiner Karriere bei einer großen Rundfahrt ganz oben. «Diesen Erfolg verdanke ich meinen Team-Kollegen. Sie waren phänomenal. Zu Beginn hatten wir hier große Schwierigkeiten, aber wir haben hart gearbeitet und sind als Einheit aufgetreten», sagte der Sarde, nachdem er am Samstag noch die große Wende geschafft hatte und Dumoulin sogar noch ganz vom Podium stieß.

Ruben Plaza
Ruben Plaza gewann die Etappe nach Cercedilla.
Foto: Javier Lizon – dpa

Arus umstrittenes Astana-Team hatte einen glatten Fehlstart hingelegt. Der ursprüngliche Kapitän Vincenzo Nibali musste frühzeitig die Heimreise antreten, nachdem ihn die Jury disqualifiziert hatte. Der Tour-de-France-Sieger von 2014 hatte sich bei einem Aufstieg am Mannschafts-Wagen festgehalten – und durfte die Koffer packen. Auf der 19. Etappe soll auch Aru kurz unerlaubten Anschub erhalten haben – eine Sanktion fand allerdings nicht statt.

Taktik
Die Taktik von Fabio Arus Astana Team ging voll auf.
Foto: Javier Lizon – dpa

In der Hierarchie des Teams, das nach zahlreichen Dopingvergehen und Ungereimtheiten 2014 erst im zweiten Anlauf – höchst umstritten – die WorldTour-Lizenz erhalten hatte, war der Weg frei für Aru. Der schmale Kletterspezialist fand aber zunächst kein Rezept gegen den starken Zeitfahrer Tom Dumoulin aus der John Degenkolb-Mannschaft Giant-Alpecin.

Abgerutscht
Tom Dumoulin verlor sowohl das rote Trikot, als auch einen Podiumsplatz.
Foto: Javier Lizon – dpa

Der Niederländer hielt fast mühelos mit den Hochgebirgs-Spezialisten mit und erinnerte taktisch ein wenig an den legendären fünfmaligen spanischen Toursieger Miguel Indurain. Am vorletzten Tag war es mit der Dumoulin-Herrlichkeit aber vorbei und Arus große Stunde schlug. Mit Hilfe seiner Teamkollegen konnte er sich an der vorletzten von vier Steigungen in der Sierra von Madrid entscheidend absetzen und seinem Triumph entgegenfahren.

Im Mai war Aru, wie Nibali und einst Marco Pantani von Giuseppe Martinelli betreut, in seinem Heimatland beim Giro noch knapp gescheitert. Jetzt ist er drauf und dran, seinem kasachischen Team mit dem aktenkundigen Ex-Telekom-Profi Alexander Winokurow auf der Kommandobrücke den wertvollsten Saisonerfolg zu bescheren.

Martinelli war begeistert. «Fabio ist ein harter Hund. Er hat in dieser dritten Woche versucht, jede Möglichkeit zu einem Angriff auszunutzen. Wichtig war, dass er sich im Zeitfahren enorm verbessert hat. Ob er im nächsten Jahr die Tour fahren wird? Das muss Winokurow entscheiden», sagte sein Mentor der Deutschen Presse Agentur.

Aru war von den großen Klassementsfahrern mit zwei Podiumsplätzen bei den drei großen Länder-Rundfahrten durch Italien, Frankreich und Spanien der erfolgreichste. Der Brite Chris Froome gewann zwar zum zweiten Mal die Tour de France, musste beim Versuch des Doubles Tour/Vuelta die Spanien-Rundfahrt aber verletzt mit einem Fußbruch verlassen. Contador gewann den Giro, wurde bei der Tour Fünfter – und fehlte bei der Vuelta. Nairo Quintana war Tourzweiter und fuhr in Spanien nach überwundener Krankheit auf Rang vier.

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