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    San Remo

    Gerrans düpiert Cancellara in San Remo

    Fabian Cancellara legte noch einmal all seine Kraft in die letzten Meter, die Arme zum Jubel in die Höhe reißen konnte auf der Strandpromenade Lungomare dann aber doch ein anderer: Simon Gerrans aus Australier hat überraschend das erste wichtigen Radrennen der Saison gewonnen.

    Siegerfeier
    Der Australier Simon Gerrans (M) hat überraschend den Frühjahrsklassiker Mailand - San Remo gewonnen.
    Foto: Ada Cavaggioni - DPA

    Bei der 103. Auflage des Frühjahrsklassikers Mailand-San Remo düpierte der Profi vom Team GreenEdge im Zielsprint den Schweizer Zeitfahr- und Eintagesspezialisten und feierte nach dem Tour-Down-Under-Gesamtsieg seinen zweiten Erfolg in diesem Jahr. Mit Rang fünf nach insgesamt 298 Kilometern setzte John Degenkolb aus Erfurt ein dickes Ausrufezeichen.

    Am letzten Anstieg, dem berüchtigten Poggio, hatte Vincenzo Nibali eine Attacke riskiert, Cancellara setzte 7,5 Kilometer vor dem Ziel nach. Zusammen mit Gerrans bogen die beiden in die Abfahrt hinunter nach San Remo ein. Den knappen Vorsprung retteten die Drei vor allem dank der kraftraubenden Führungsarbeit von Cancellara ins Ziel. Tirreno-Adriatico-Sieger Nibali wurde schließlich Dritter. Am cleversten war Gerrans, der RadioShack-Profi Cancellara wie schon sein Landsmann Matthew Goss 2011 eine bittere Pleite beibrachte.

    Vor dem Start hatte Weltmeister und Favorit Mark Cavendish den Mund noch voll genommen: Er sei «stärker und in besserer Form» als bei seinem Erfolg 2009, ließ er wissen. Ein zweiter Sieg in San Remo sollte der Auftakt zu einem wunderbaren Cavendish-Jahr werden: Der 26 Jahre alte Profi aus dem Sky-Team will bei der Tour de France sein Grünes Trikot verteidigen und in London Olympiasieger werden.

    Der Traum von einem zweiten «Classicissima»-Sieg zerplatzte aber früh: Bereits beim Aufstieg zum La Manie, 93 Kilometer vor dem Ziel, musste der Brite kämpfen, rutschte auf seinem Rad unruhig hin und her und schüttelte den Kopf. Cavendish fiel zurück und auch mit Hilfe seines treuen Helfers Bernhard Eisel aus Österreich konnte der Supersprinter von der Isle of Man den Rückstand nicht mehr aufholen.

    21 Kilometer nach dem Start hatten sich neun Fahrer abgesetzt, ihr Vorsprung wuchs auf maximal zwölf Minuten. 57 Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer aber eingeholt. Die Favoriten-Teams machten ernst und postierten ihre Kapitäne auf den ersten Anstiegen an der Küste, Capo Mele und Capo Berta, in vorderster Reihe. Zuvor hatte sich ein Unfall ereignet: Der Kolumbianer Julian Carlos Quintero war 76 Kilometer vor dem Ziel gegen eine Mauer geprallt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Eine Diagnose blieb zunächst aus.

    Am Start auf der Mailänder Piazza Castello, wo die Profis mit einer Schweigeminute der Opfer des Busunglücks in der Schweiz gedachten, fehlte Marcel Kittel. Nach der kurzfristigen Absage des Sprinters aus Arnstadt, der in dieser Saison schon drei Tagessiege gefeiert hatte, rückte Ji Cheng als erster Chinese in der Geschichte von Mailand-San Remo ins Aufgebot des Teams Project 1t41. Er machte als Mitglied der Fluchtgruppe sogleich auf sich aufmerksam.

    Radsport
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