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    Vertrauensverlust auch in den eigenen Reihen: Pfarrer Janssen kritisiert den Bischof von Limburg scharf

    Rhein-Lahn/Limburg - Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sieht sich selbst einer Medienkampagne ausgesetzt. Allerdings bläst ihm vor allem aus den eigenen Reihen ein scharfer Wind ins Gesicht.

    Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg (Hessen), steht im Innenhof vor der Kapelle des Bischofshauses auf dem Areal der Alten Vikarie gegenüber dem Limburger Dom. Die aufwendige Neubebauung des Geländes sorgt bis heute für Diskussionen in den Medien. Foto: dpa
    Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg (Hessen), steht im Innenhof vor der Kapelle des Bischofshauses auf dem Areal der Alten Vikarie gegenüber dem Limburger Dom. Die aufwendige Neubebauung des Geländes sorgt bis heute für Diskussionen in den Medien.
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Hans Georg Egenolf

    Jetzt äußert Hubertus Janssen, früherer Diezer Gefängnisseelsorger, scharfe Kritik an dem Limburger Oberhirten.

    Der wegen eines Luxusflugs nach Indien, der Kostenexplosion beim Bau des Bischofssitzes und generell wegen seiner Amtsführung in die Kritik geratene Franz-Peter Tebartz-van Elst versucht sich derzeit in Krisenbewältigung. So wird es heute Führungen durch das am Domberg gelegene Diözesane Zentrum St. Nikolaus geben, dessen Baukosten immer noch unklar sind, aber wohl deutlich über 10 Millionen Euro liegen dürften. Trotz der Charme-Offensive des Bischofs werden aber immer wieder kritische Stimmen laut. Jetzt hat sich der Eschhöfer Pfarrer Hubertus Janssen zu Wort gemeldet. "Aus großer Sorge um unsere Kirche im Bistum Limburg fühle ich mich verpflichtet, den Mund aufzumachen", heißt es in einem Schreiben des 75-Jährigen. Seit dessen Amtsantritt vor knapp sechs Jahren hätten die Christen im Bistum Limburg meist schmerzliche Erfahrungen mit dem Bischof machen müssen. Angesichts der jüngsten Unterschriftenaktionen für und gegen den Bischof spricht Janssen von einem erschreckenden Vertrauensverlust.

    Hubertus Janssen.
    Hubertus Janssen.

    Ihm sei klar geworden, dass der Bischof nicht wirklich in der Lage ist, sein Bistum überhaupt zu leiten, "dass ihm dazu die erforderlichen Führungsfähigkeiten schlichtweg fehlen", meint Janssen, der sich seit vielen Jahren in der auf Reformen drängenden Initiative "Wir sind Kirche" engagiert. "Der Mann kann und versteht es einfach nicht", schreibt Hubertus Janssen. Der Bischof habe durch seine Art, das Bistum zu führen, eine Spaltung zwischen sich und den Gläubigen, aber auch eine Spaltung zwischen sich und Teilen des Klerus verursacht. Der Bischof sei es gewesen, der in den vergangenen Jahren polarisiert hat. Er, Janssen, wisse, wie viele Gläubige darunter gelitten haben und noch leiden.

    Umfrage
    RZ-Umfrage: Schadet Limburger Bischof der katholischen Kirche?

    Der Führungsstil des Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst, mutmaßliche Falschaussagen im Zusammenhang mit einem Luxusflug nach Indien und explodierende Baukosten für den neuen Bischofssitz am Dom sorgen für Kritik.

    Ja, sein Verhalten schadet der katholischen Kirche.
    34%
    Ja, deshalb soll er zurücktreten.
    55%
    Nein, jeder macht mal einen Fehler.
    6%
    Mir ist das egal.
    5%
    Stimmen gesamt: 1270

    Janssen bezweifelt zudem, dass der Bischof mit seiner Äußerung, Fehler gemacht zu haben, ehrlich ist. "Was meint er damit? Betrachtet er es als Fehler, dass er den Millionenbau auf dem Domberg durchgesetzt und das Domkapitel quasi entmachtet hat?", fragt der 75-Jährige und fügt an: "Ich würde den Bischof gern fragen, ob er zumindest versucht hat, seine Fehler wiedergutzumachen, wenn er sie denn einsieht."

    Ähnlich hat sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" der renommierte Theologe Hermann Häring in einem Brief geäußert. Häring, ein ehemaliger Mitarbeiter des Kirchenkritikers Hans Küng, schreibt darin, "dass in der Amtsführung von Bischof Tebartz-van Elst keine Korrektur zu erwarten ist". Dieser enorme Vertrauensverlust sei ein unhaltbarer Zustand, den ein Bistum nicht verdiene, der eines Bischofs unwürdig sei und die Betroffenen im Grunde verhöhne, heißt es demnach in dem Brief.

    Wörtlich schreibt Häring: "Ganz offensichtlich ist dieser Kirchenmann überhaupt nicht fähig, sich selbst zu beobachten und in eine selbstkritische Beziehung einzutreten, seine Schwächen zu erkennen und etwas zuzugeben, vielleicht Reue zu zeigen, geschweige denn darüber zu reden und sein Verhalten konkret zu ändern." Härings Fazit am Ende seines Briefes laut dem "Spiegel": "Falls der Bischof sein Amt nicht zur Verfügung stellt, hat er noch einen dornigen Weg vor sich."

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