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    Rheinland-PfalzHubig: In der Schulpolitik dümpelt gar nichts

    Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ist sauer. Sauer auf ihren Parteikollegen, GEW-Landesvorsitzenden Klaus-Peter Hammer. „Die Einschätzung, dass etwas herumdümpelt, teilt niemand hier im Haus“, meinte die Ressortchefin bei einer Pressekonferenz mit Blick auf eine Aussage des Chefs der größten Lehrergewerkschaft im Land. Hammer hatte im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt: „Die Bildungspolitik dümpelt derzeit vor sich hin.“ Und weiter: „Es fehlt eine erkennbare Zukunftsvision.“

    Zum Schuljahresbeginn stürmen 600 Erstklässler mehr als vor einem Jahr in die Grundschulen, obwohl die Schülerzahlen insgesamt sinken. Das liegt daran, dass gleichzeitig deutlich mehr Schüler das rheinland-pfälzische Schulsystem in Richtung Ausbildung oder Studium verlassen.  Foto: dpa
    Zum Schuljahresbeginn stürmen 600 Erstklässler mehr als vor einem Jahr in die Grundschulen, obwohl die Schülerzahlen insgesamt sinken. Das liegt daran, dass gleichzeitig deutlich mehr Schüler das rheinland-pfälzische Schulsystem in Richtung Ausbildung oder Studium verlassen.
    Foto: dpa

    Bildungsministerin Hubig nannte Hammers Aussagen im Gebäude des Mainzer Bildungsministeriums „despektierlich gegenüber den Mitarbeitern, die hier arbeiten“. Denn in dem Hochhaus in der City werde kontinuierlich und hart um die Verbesserung des Bildungssystems gerungen – etwa im Bereich Digitalisierung.

    Hubigs Pressekonferenz zum neuen Schuljahr, das nächste Woche beginnt, war von viel Kritik im Vorfeld begleitet worden. Gewerkschaften und Bildungsverbände beklagen erhebliche personelle Engpässe bei der Lehrerversorgung an den Grundschulen. Gerhard Bold, Landesvorsitzender des Verbands Verband Bildung und Erziehung (VBE), meinte: „Schönfärberei kann kein schulpolitisches Konzept ersetzen.“ Und GEW-Landeschef Klaus-Peter Hammer hatte gegenüber unserer Zeitung beklagt, dass zu viele Vertretungslehrer ohne abgeschlossene Ausbildung in den Grundschulen zum Einsatz kommen, was er für sehr problematisch hält.

    Anfang August beschäftigte Rheinland-Pfalz 2587 Vertretungslehrer, davon 981 an den Grundschulen. Hubig und ihr Staatssekretär Hans Beckmann (SPD) betonten, dass die meisten Vertretungskräfte fertig ausgebildete Grundschullehrer ohne Planstelle sind. Andere wurden als Gymnasiallehrer ausgebildet, wieder andere haben ihr Studium abgeschlossen und warten auf ihre Stelle im Vorbereitungsdienst. Die Gewerkschaften halten es für untragbar, dass Pädagogen vor der Klasse stehen, die gerade mal ihr Studium beendet haben. Hubig indes führte aus, dass es im ländlichen Raum oft schwer sei, genug ausgebildete Lehrer zu finden. Zudem ist man im Bildungsministerium überzeugt, dass befristet eingestellte Vertretungslehrer im Schulsystem unverzichtbar sind, etwa um Erziehungszeiten zu überbrücken.

    Erschwerend kommt hinzu, dass andere Bundesländer potenzielle Grundschullehrer in Rheinland-Pfalz abwerben. Das Bildungsministerium reagiert mit mehr festen Planstellen und erleichtertem Seiteneinstieg. Zudem wird inzwischen ganzjährig eingestellt. Lehramtsstudenten im Bereich Grund- und Förderschule werden früh Zusagen auf feste Stellen gemacht, um sie an Rheinland-Pfalz zu binden. „Wir haben eine Reihe von Maßnahmen entwickelt“, so Hubig.

    Bei der klassischen Pressekonferenz zum anstehenden Schuljahresbeginn lieferte das Bildungsministerium eine Menge Zahlen und Fakten. Im Schuljahr 2017/18 fallen die Schülerzahlen leicht von 536.615 (2016/17) auf 531.000 Schüler. 34.750 Kinder werden neu eingeschult. Die Zahl der Schulen geht von 1598 auf 1593 zurück. Bei den Grundschulen steigen die Schülerzahlen übrigens entgegen dem Gesamttrend.

    Zum Ende der Sommerferien werden 930 Lehrer neu eingestellt – einschließlich 80 Stellen an den berufsbildenden Schulen, die allerdings erst am 1. November ihren Dienst beginnen. Um das gemeinsame Lernen von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kindern zu fördern, wird es sieben neue Schwerpunktschulen geben. Das Bildungsministerium bezeichnet Rheinland-Pfalz als „Ganztagsland“. Im Schuljahr 2017/18 können 1170 Schulen mit einem verpflichtenden oder offenen Ganztagsangebot aufwarten.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Berufsbildende Schulen warnen vor Streichungen

    Der Verband der Lehrer an berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz (vlbs) fordert Bildungsministerin Hubig auf, die geplante Einsparung von 310 Stellen im Schulbereich nicht einseitig zulasten des Unterrichts an den berufsbildenden Schulen zu erbringen.

     Entsprechend anderen Schularten werden auch bei den berufsbildenden Schulen durch Schülerrückgänge Lehrkräftestellen eingespart. Darüber hinaus werden jedoch Unterrichtsstunden in der Höheren Berufsfachschule (HBF) gekürzt und damit die Attraktivität dieser Schulform gefährdet. „Es wird die Schulart BBS mit dem höchsten Unterrichtsausfall in der Sekundarstufe II als Steinbruch genutzt, um den Hauptteil der Stelleneinsparungen im Schulbereich zu erbringen“, so der vlbs-Landesvorsitzende Harry Wunschel.

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    Landespolitik
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