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    Koblenz

    Straßenkunst zum Staunen: Szenegröße zaubert Riesen-Arche vor Kastorkirche

    Straßenmalerei allererster Güte: Koblenzer können sich auf ein besonderen Anblick freuen, wenn Edgar Müller ab Montag, 9. September, gegen 9 Uhr loslegt. 9 mal 22 Meter groß wird die Arche, die auf den Tierheimneubau in Koblenz hinweisen und "nebenbei" auch noch Spenden einbringen soll.

    Montag: Regenrisiko 70 Prozent. Dienstag: Regenrisiko 20 Prozent. Mittwoch: Regenrisiko 20 Prozent. "Als wir die Wetterprognose  für die kommende Woche gesehen haben, haben wir gedacht, unser ganzes Projekt fällt ins Wasser", sagt Tierheimleiterin Kirstin Höfer. Denn ab Montagmorgen wollte Künstler Edgar Müller eigentlich eine riesige Arche auf dem Platz vor der Kastorkirche malen. Das Kunstprojekt will auf den Tierheimneubau hinweisen und "nebenbei" auch noch Spenden sammeln (die RZ berichtete). Doch bei Regen quellen die Platten auf, auf denen Müller malt. Und jetzt?

    "Wir haben eine Lösung gefunden", sagt der 45-Jährige, der seit vielen Jahren in Becheln im Rhein-Lahn-Kreis lebt und weltweit arbeitet. Ab Montag, gegen 9 Uhr, beginnt er wie geplant mit der 9 mal 22 Meter großen Arche - aber zunächst nicht vor der Kirche, sondern in einem großen Atelier in Bad Ems. Hier wird er die Umrisse der geplanten Arche skizzieren, die Platten grundieren und die ersten Flächen farbig bemalen. Wer quasi live dabei sein möchte, kann das ohne Probleme: Der Künstler wird von einer Webcam gefilmt, und im Internet unter metanamorph.com wird es alle zwei Minuten eine Aktualisierung geben. "Ich mache das immer so", sagt der gebürtige Niederrheiner. "Wer will, kann am Computer das Programm offen lassen und die ganze Entwicklung sehen."

    Donnerstag dann werden die Platten an ihren eigentlichen Bestimmungsort umziehen: Auf dem ersten Drittel des Platzes vor der Kirche, mit Blick Richtung Gericht, entsteht das Boot, das als Symbol für den Tierschutz steht. "Für uns hat es es noch eine ganz besondere Bedeutung", sagt Kirstin Höfer. "Denn in Archiven haben wir gefunden, dass der erste Tierschutzverein in Koblenz tatsächlich ,Die Arche‘ hieß. Das haben wir erst erfahren, als das Projekt schon geplant war, aber es passt ja dadurch noch besser."

    Edgar Müller, der weltweit als Straßenkünstler und seit Neuestem auch als Maler fürs Museum arbeitet, hat durch seinen Hund Uwe, den er von hier hat, einen engen Kontakt zum Tierheim und bot selbst ein Benefizprojekt an. Nachdem er jahrelang als Straßenmaler unterwegs war und dann unter anderem in Werbeprojekten gearbeitet hat, ist er jetzt in der glücklichen Lage, malen zu können, was er möchte.

    "Zuerst haben wir überlegt, ob ich im neuen Tierheim eine Fläche gestalte, aber dann kam diese Idee mit der Arche." Bis Samstag, 14. September, wird das Bild fertig sein und dann eine Woche lang eine riesige dreidimensionale Arche zeigen. Wirklich klar ist das Bild nur von einem einzigen Punkt aus zu sehen, an dem Edgar Müller eine große Linse befestigen wird, durch die man hindurch schauen und fotografieren kann. Wer will, kann auch sozusagen in die Arche gehen und ein Tier streicheln, während der Künstler das Foto macht, das man sich dann von seiner Homepage herunterladen kann. Genaue Infos über dieses Prozedere gibt es beim Infostand des Tierschutzvereins, der an der Kirche stehen wird.

    "Eröffnet" wird das Bild am Samstag, 14. September, 15 Uhr, durch den Oberbürgermeister. Und dann bleibt es wie gesagt eine Woche liegen. Was dann passiert, ist noch unklar. Wahrscheinlich wird es vergehen - wie fast alle Bilder von Edgar Müller. Aber es werden Karten und Poster von der Arche gedruckt. Und die Erinnerung bleibt ja sowieso.

    Weitere Infos zu dem Künstler im Internet unter www.metanamorph.com

    Doris Schneider

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