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    Sprendlingen

    Sommerbob-WM in Sprendlingen: Mit Tempo 60 den Hang hinunter

    Ein bissl verrückt klingt das schon: Sommerbob-WM am Wißberg. Mitten in den Weinbergen bei Sprendlingen. Mit dem Bob-Team Rheinhessen 1 als Ideengeber, Antreiber, Organisatoren. Dabei steigt der Wettbewerb am 14. August schon zum zweiten Mal.

    Vier von sieben Bobfahrern Rheinhessens in Aktion: Achim Bergmann, Peter Marxen, Frank Heilemann und Fahrer Jürgen Geil.
    Vier von sieben Bobfahrern Rheinhessens in Aktion: Achim Bergmann, Peter Marxen, Frank Heilemann und Fahrer Jürgen Geil.
    Foto: Bernd Eßling

    Bereits vor vier Jahren stürzten sich das Bobteam und ihre Gäste waghalsig den Wißberg hinunter: "Das war eine tolle Veranstaltung, wir hatten etwa 2500 Zuschauer", sagt Frank Heilemann, die treibende Kraft der Truppe.

    Boblegenden sind dabei

    Jetzt also die Wiederholung: Und bei der sind sogar der Hackl-Schorsch und Christoph Langen dabei. Also nicht persönlich. Das nicht. Aber die Unterschriften der beiden Legenden des Eiskanals zieren die Haube des Bobs Rheinhessen 1. Immerhin. Und es wird noch besser: Das heiße Gefährt gehörte einst Bob-Olympiasieger Langen selbst, der damit so manchen Erfolg einfuhr. Übers Internet gelangte das Gefährt nach Rheinhessen.

    Aus einer Fastnachtsidee des Skiklubs Pfaffen-Schwabenheim ist sie erwachsen, die nun schon fünf Jahre andauernde Leidenschaft für das Bobfahren auf Rädern. Und auch aufs Eis haben sich Teile des Teams schon gewagt. Doch beim Gespräch im Fahrerlager, dem Sprendlinger Hof von Fahrer Geil, wird schnell klar: Es ist zwar eine Verrücktheit, aber verrückt ist die Truppe deshalb nicht. Im Gegenteil: Über die Jahre haben sie sich intensiv mit dem Sport auseinandersetzt. Mit der Faszination, aber auch mit den Gefahren.

    Jamaika war gestern, Rheinhessen ist heute

    "Jamaika war gestern, Rheinhessen ist heute" ist der Wahlspruch der Truppe, in Anlehnung an das viel belächelte jamaikanischen Bob-Team, dass 1988 in Calgary Olympiageschichte schrieb. Später wurde ihm mit "Cool-Runnings" ein filmisches Denkmal gesetzt.

    Zu einem eigenen Spielfilm hat es das Team um Frank Heilemann und Pilot Jürgen Geil noch nicht geschafft. Aber immerhin, eine gewisse Popularität haben die sieben Männer schon erreicht. Über 22 Millionen Menschen haben sie potenziell erreicht mit all den Berichten in Zeitungen, Fernsehen, Hörfunk, die seit ihrem Aufstieg ins Bob-Universum über sie veröffentlicht wurden. Errechnet haben sie dies aus den jeweiligen Reichweiten der Verlage und Sender, die über die 1. Sommer-Bob-WM vor vier Jahren und die Werbetermine danach berichtet haben.

    Mit Tempo 60 den Hang hinunter

    Rasant wird es zugehen, im August am Wißberg, wenn sich zwölf Firmenteams mit Tempo 60 bis 65 bei einem Gefälle von 15 bis 18 Prozent 600 Meter in die Tiefe stürzen und versuchen, dem Titelverteidiger Rheinhessen 1 die Schau zu stehlen. Und den Titel. Dabei spielt aber die Sicherheit eine große Rolle. Gemeinsam mit den Mitveranstaltern, dem örtlichen Bauern- und Winzerverband sowie der Verbandsgemeindeverwaltung, wurde ein Sicherheitskonzept gestrickt. So werden beispielsweise Plastikbarrieren verhindern, dass die Bobs in den Weinberg rasen.

    Die Gladiatoren messen sich in so klangvollen Disziplinen wie "Limbo-Anschub", oder der Abfahrt mit Stopp & Fun "Anstich und Schambes", dem Highspeed-Rennen mit spektakulärem Zielschub. Denn einfach nur bergab fahren, das wollen die Rheinhessen-Bobfahrer nicht. "Sonst hätten wir beider ersten WM auch keine Chance gehabt", ist Teamchef Heilemann sicher. Damals fuhren die Rheinhessen gegen geübte Bobfahrer, die sich im Winter die Eiskanäle dieser Welt hinunterstürzen: "Aber beim Limboanschub, da hatten sie ihre Probleme." Der Sieg war das Ende vom Lied für die Rheinhessen. Und das soll auch jetzt wieder so sein.

    Spannende Wettbewerbe

    Durch den Fokus auf Firmenteams aus der Region erhoffen sich die Organisatoren einen engeren Bezug des Publikums zu den Athleten. "Außerdem haben wir das Programm ein wenig gerafft", sagte Heilemann. Es gibt Musik, Moderation und kürzere Wettbewerbe. Spannender soll es dadurch werden. Für die Fahrer, aber vor allem für die Zuschauer. Den Bob stellt Rheinhessen 1 zur Verfügung, Training ist Anfang August. Und dann geht's schon los, einen Tag vorm Rennen, mit einer Weinprobe in der Wißberghalle.

    Von unserem Redakteur Bardo Faust

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