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    Koblenz

    Saisonauftakt: Koblenzer haben ihre Seilbahn wieder

    Sie fährt wieder, die Koblenzer Buga-Seilbahn: Ein gutes halbes Jahr nach dem Ende der Gartenschau hat die neue Saison an der Gondelbahn zwischen Rheinufer und Festung Ehrenbreitstein begonnen. Gleich zum Auftakt strömten die Koblenzer reichlich - und staunten nicht schlecht, als sie oben angekommen waren und erstmals das Festungsplateau im Jahr eins nach er Buga sahen: An diesen Anblick muss man sich wohl erst mal gewöhnen...

    Koblenz - Ein lachendes und ein weinendes Auge haben die meisten der vielen Hundert Besucher, die am Freitag "ihre" Seilbahn wieder in Beschlag nehmen: "Toll, dass man wieder fahren kann", bringen es Marion Ehl und Ruth Heuser auf den Punkt. "Aber wenn man hier oben ist, sieht man endgültig: Die Buga ist vorbei."

    Die beiden Layerinnen haben genau wie viele andere den ersten Tag genutzt und sind mit der Seilbahn hoch zur Festung geschwebt. Oben dann "fast ein kleiner Schock", sagt Günther Moesta, der sein Rad in der Gondel mit hochgenommen hat und später runterradeln wird: "Wenn man weiß, wie alles war ..." Statt Blütenteppichen und Gartengestaltungen ist auf dem Festungsplateau im Moment fast nur Rasen zu sehen. In der Festung selbst wird gebaut, asphaltiert, vorbereitet.

    Das ist am 31. März vorbei, verspricht Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig bei einer kleinen Seilbahn-Eröffnungsfeier. Er ist davon überzeugt, dass die Seilbahn sowohl für die Koblenzer als auch als touristischer Anziehungspunkt "Gold wert ist". Nie zuvor war die Festung so sehr Teil der Stadt, sagt er und wünscht sich, dass die Seilbahn auch über das Jahr 2013 hinaus bleibt. Ob das klappt, sei fast ausschließlich eine wirtschaftliche Frage. "Denn dass der Welterbestatus gefährdet wäre, davon gehen wir heute nicht mehr aus", so Hofmann-Göttig. Die Gondeln würden sowieso nicht stören, und nur die Talstation sei kritisch beäugt worden. "Aber da sagt uns mittlerweile selbst die Gemeinde von St. Kastor, sie fände den Gegensatz von Alt und Neu gut." Im Herbst wird es eine Wirtschaftlichkeitsprüfung geben, und erst dann könne man wissen, ob die Koblenzer und die Touristen die Seilbahn nicht nur theoretisch sondern auch praktisch so sehr lieben, dass sie sie auch nutzen.

    In den ersten 14 Tagen wird sich die Seilbahn sicher nicht über mangelnden Zulauf beschweren müssen. Denn für Buga-Dauerkartenbesitzer gilt: Freie Fahrt! Die Karte muss nur am Kassenhäuschen an der Berg- oder Talstation vorgezeigt werden, dann bekommt man ein kostenfreies Ticket für die Hin- und Rückfahrt. Das kann jeder beliebig oft bis 31. März tun, auch mehrmals am Tag.

    Wer ein Rad oder einen Hund mit nimmt, muss dann nur den zusätzlichen Aufpreis zahlen. So wie Christine Hunsdorf, die mit Wastl unterwegs ist. Dass Hunde in der Gondel einen Maulkorb tragen müssen, findet die Koblenzerin richtig. "Das ist überall Standard, in allen Bahnen."

    Nach erstem "Fremdeln" keimt übrigens langsam an manchen Stellen schon wieder das Buga-Gefühl auf. Freunde sitzen in der Sonne bei einem Glas Wein und genießen die Aussicht, andere wie Marion Ehl und Ruth Heuser haben ihre Walking-Stöcke dabei: "Jetzt drehen wir mal ne Runde auf dem Plateau." Das wäre zu Buga-Zeiten nicht möglich gewesen ...

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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