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    Grönemeyer auf der Loreley: 15.000 feiern Kapitän Herbert

    Die Fans auf der Loreley waren nicht "alle blond und langhaarig", wie Herbert Gönemeyer zur Begrüßung gefragt hatte. Und weder Publikum noch der Musikstar brachten mit ihrem Gesang Schiffe unterhalb des Lorelyfelsens in Not. Um "Schiffsverkehr" ging's trotzdem.

    Loreley - Die Fans auf der Loreley waren nicht "alle blond und langhaarig", wie Herbert Gönemeyer zur Begrüßung gefragt hatte. Und weder Publikum noch der Musikstar brachten mit ihrem Gesang Schiffe unterhalb des Lorelyfelsens in Not. Um "Schiffsverkehr" ging's trotzdem.

    Der Felsrücken ist immer wieder für stimmungsvolle Konzerte gut. Grönemeyer segelt mit seinem Gastspiel ganz vorne mit. 
    Der Felsrücken ist immer wieder für stimmungsvolle Konzerte gut. Grönemeyer segelt mit seinem Gastspiel ganz vorne mit. 
    Foto: Thomas Frey

    Als Herbert Grönemeyer zu den Klängen seines neuesten Werkes „Schiffsverkehr“ auf die Freilichtbühne auf der Loreley in Sankt Goarshausen tritt, kennt der Jubel der 15 000 Fans in der rappelvollen, imposanten Arena keine Grenzen. Kurz spielt er auf die Nixe Loreley an, die dem Felsen seinen Namen verleiht und die der Sage nach die Rheinschiffer an- und in ihr Verderben lockte. An diesem Abend singt an der Loreley aber keine Nixe, sondern Kapitän Herbert, der auf seiner „Schiffsverkehr“-Tour einen Stop an der Freilichtbühne einlegt.

    Grönemeyer tanzt von der ersten Sekunde an in seiner staksigen Art über die Bühne, hat sichtlich Spaß und verzückt seine Fans schon früh mit alten Klassikern wie „Musik nur wenn sie laut ist“, „Halt mich“ und natürlich dem Lied aus seiner Heimat, „Bochum“. „Wir sind vom deutschen Kulturinstitut dazu angehalten, auch ein paar alte Stücke zu spielen. Sie sind zwar ein bisschen verstaubt, aber man sieht ja an mir: Auch wenn man älter wird, der Druck bleibt“, sagt der 56-Jährige mit einem Lachen im Gesicht und unter dem tosenden Beifall der Massen, die textsicher jede Zeile der alten Grönemeyer-Hits mitsingt. Zum Teil so laut, dass Grönemeyer nicht mehr zu verstehen ist.

    Nicht nur diese Zuneigung der Fans auf der Loreley, sondern auch die Location beeindruckt Grönemeyer. „Es ist eine wahnsinnige Wand aus Zuschauern, vor der wir hier spielen. Eine imposante Kulisse, aber auch eine große Wucht, die vor einem steht. Da bekommt man Respekt“, meint Grönemeyer. Die „Wand aus Zuschauern“ bringt er mit „Männer“ und „Was soll das“ dann wieder zum Toben.

    Aber der Bochumer ist auch ein Meister der leisen Töne. Bei der Ballade „Der Weg“, die er für seine im Jahr 1998 verstorbene Frau Anna geschrieben hat, wird es von der einen auf die andere Sekunde mucksmäuschenstill auf der Loreley. Alle lauschen dem einfühlsamen Gesang Grönemeyers, der bei diesem Lied überdimensional groß auf Leinwänden links und rechts neben der Bühne erschien – der Melancholie von „Der Weg“ entsprechend in Schwarz-Weiß. 

    Bei „Mensch“ drückt Grönemeyer wieder mächtig aufs Gaspedal. 15 000 Zuschauer recken ihre Arme in die Höhe und schwenken sie im Rhythmus hin und her. Die Chemie zwischen Grönemeyer und seinen Fans stimmt.

     Nach gut einer Stunde und 45 Minuten verlässt Grönemeyer unter donnerndem Applaus die Bühne – um danach noch dreimal wiederzukommen und zehn (!) Zugaben zu spielen. Dabei sorgen vor allem die alten Hits wie „Land unter“ und „Flugzeuge im Bauch“ für Gänsehautstimmung unter den mittlerweile völlig euphorisierten Fans. Mit dem Lied „Vollmond“ entlässt Grönemeyer seine Zuhörer nach zwei Stunden und 40 Minuten in die sternenklare Nacht. 

    Dominik Hechler


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