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    Nach «Gänsehautgefühl» Gold? Höfl-Rieschs erste Chance

    Krasnaja Poljana (dpa) – Nach dem «Gänsehautgefühl» bei der Eröffnungsfeier hofft Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch jetzt auch auf der Piste auf unvergessliche Momente.

    Medaillenkandidatin
    Maria Höfl-Riesch möchte in der Super-Kombination auf das Podest.
    Foto: Michael Kappeler – DPA

    Drei Tage nach ihrem feierlichen Auftritt will die Doppel-Olympiasiegerin am Montag in der Super-Kombination aus Abfahrt und Slalom gleich ihre erste von mehreren Medaillenchancen in Sotschi nutzen. «Größer ist der Druck deswegen bestimmt nicht. Aber die Erwartungshaltung ist natürlich sehr groß, auch die eigene», betonte sie. «Natürlich bin ich angespannt, das ist ja ganz klar. Es geht zum ersten Mal um eine Medaille», meinte die Teamleaderin nach dem letzten Training.

    Als Weltmeisterin von Schladming und Goldmedaillengewinnerin bei den Vancouver-Spielen ist die 29 Jahre alte Skirennfahrerin eine große Anwärterin auf den Sieg. «Das ist klar, dass Maria da eine von den Favoritinnen ist», erklärte Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer recht zuversichtlich – und klang durch seinen ruhigen Schweizer Akzent noch ein bisschen entspannter. «Wir sind für Montag gerüstet und ich schaue dem relativ gelassen entgegen.» Optimismus bei den deutschen Alpinen, denen eine Medaille zum Auftakt auf dem Weg zu den vorgenommenen drei Plaketten in den Bergen von Krasnaja Poljana viel Schwung geben könnte.

    Die Verantwortlichen wissen: Auf Höfl-Riesch ist bei Großereignissen seit 2009 immer Verlass. Als einzige Weltcup-Fahrerin mit 25 oder mehr Podestplätzen sowohl in Abfahrt als auch im Slalom ist die Ausnahmeathletin für den Kombinationstitel prädestiniert. «Aber zu gewinnen ist auch da schwer, weil diese beiden so unterschiedlichen Disziplinen, Abfahrt und Slalom, eben wirklich eine schwierige Kombination sind», warnte Höfl-Riesch vor den kaum noch zu bremsenden Erwartungen. «Es lief jetzt nicht so perfekt im Training, was vielleicht für die Erwartungshaltung, die ja riesig war, gar nicht so schlecht ist», sagte sie nach Platz sechs im Abschlusstraining.

    Seit ihrem Kombinations-Olympiasieg vor vier Jahren gab es in neun Rennen in dieser Disziplin bei Weltcups oder Weltmeisterschaften nur fünf verschiedene Siegerinnen. Die verletzt fehlende Lindsey Vonn (USA) siegte zweimal, Vorjahresdominatorin Tina Maze aus Slowenien dreimal – ebenso wie Höfl-Riesch. Die Generalprobe im Januar in Altenmarkt-Zauchensee entschied überraschend die Kanadierin Marie-Michele Gagnon für sich. Weltmeisterin 2011 wurde zwei Jahre vor Höfl-Rieschs WM-Titel Anna Fenninger (Österreich).

    «Es gibt nur fünf, sechs Leute, die um Podestplätze fahren, in allen anderen Disziplinen sind es mehr», räumte Höfl-Riesch ein. Auch wenn die Kombi im Weltcup nur eine untergeordnete Rolle spielt: Olympiasieg bleibt Olympiasieg. «Es gibt bei Großereignissen dafür genauso eine Goldmedaille wie für alle anderen Disziplinen», sagte sie in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

    Doch auch die Kombination und Maria Höfl-Riesch ist keine reine Erfolgsgeschichte. 2007 in Are war sie beim Comeback nach zwei Kreuzbandrissen noch nicht stark genug, 2009 gab es nach der verpassten Medaille und einem «total danebengehauenen Slalom» reichlich Frust. Und 2011, bei der Heim-WM? Verhinderte eine Grippe Edelmetall. Davon gewann sie seit 2009 reichlich und würde wie vor vier Jahren bei Olympia in Vancouvers Bergen gerne mehrfach feiern. «Ich würde nie im Leben sagen, das ist mein Anspruch oder meine Erwartungshaltung. Da muss einfach alles passen», stellte sie im Interview der dpa klar.

    Vor allem das «Schlüsselerlebnis» von Val d'Isère, wie die Gesamtweltcupsiegerin von 2011 wiederholt betonte, hat sie für die weiteren Großereignisse stark gemacht. Ob 2009 in Frankreich, 2010 in Vancouver, 2011 in Garmisch oder 2013 in Schladming – immer wieder hat sie ihre Comeback-Qualitäten eindrucksvoll demonstriert. Höfl-Riesch hätte nichts dagegen, solch ein mitreißendes Szenario bei ihrem letzten Olympischen Winterspielen zu vermeiden. Und souverän zu gewinnen.

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