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    Herrmann selbstbewusst: Habe selbst Erwartungen

    Krasnaja Poljana (dpa) – Die Anspannung ist bei Denise Herrmann förmlich spürbar. Ihr Lächeln wirkt gequält, die Finger kann sie kaum ruhig halten.

    Hoffnung
    Denise Herrmann gilt als deutsche Medaillenhoffnung im Sprint.
    Foto: Hendrik Schmidt – DPA

    Bei ihrem Olympia-Debüt muss die Oberwiesenthalerin am Dienstag die ganze Last der Medaillenhoffnungen des deutschen Langlauf-Teams durch die Loipen von Krasnaja Poljana schleppen. Im Sprint rechnen sich die Schützlinge von Bundestrainer Frank Ullrich die größten Chancen aus. Schließlich ist Herrmann die Aufsteigerin des Jahres. Bei acht Kurzstrecken-Weltcups schaffte sie es achtmal in das Finale und stand sechsmal auf dem Podest.

    «Ich habe selbst eine Erwartungshaltung», wiegelt die 25-Jährige alle Fragen nach zu großem Druck von außen ab. In den Tagen seit ihrer Ankunft versuchte sie die Nervosität mit Training und Olympia-Eindrücken abzubauen. «Es kribbelt, es kann losgehen. Es war einiges an Emotionen aufzunehmen und zu verarbeiten», erzählt sie. Doch nun ist sie bereit für ihren ersten großen Olympia-Auftritt.

    Herrmann weiß, dass der Weg ins Finale kein Selbstläufer wird. «Es spielen viele Unwägbarkeiten mit hinein. Du musst fünf Stunden Spannung halten, du musst in jeder Phase der Läufe hellwach sein und du brauchst das Glück», schildert sie ihre Schokoladendisziplin. Und deshalb versucht sie alles so zu machen, als wäre es ein normaler Weltcup. «Wenn du anfängst, etwas zu verändern, geht das in die Hose», betont die gebürtige Bockauerin.

    Die Konkurrenz hat sie dabei im Auge. «Marit Björgen und Kikkan Randall sind schon Läuferinnen, die den Ton angeben», sagt sie. Angst hat sie vor den großen Namen nicht. «Aber Respekt sollte man haben. Von Marit bin ich bei jedem Rennen beeindruckt. Aber wenn sie schlagbar ist, dann im Sprint», glaubt Herrmann.

    «Der Sprint ist unsere größte Hoffnung, aber er ist auch mit vielen Problemen behaftet. Denise kann es schaffen, wenn sie durchkommt. Aber gegen Stockbrüche, Kollisionen oder Ähnliches ist man besonders im Kampf Frau gegen Frau oder Mann gegen Mann nie gefeit», sagt Bundestrainer Frank Ullrich. Und so versuchte er im Training noch einmal alle Möglichkeiten durchzuspielen: Das Laufen von vorn, den Angriff aus hinteren Positionen, den Antritt am Berg und die Entscheidung auf der Ziellinie. «Denise hat jetzt auf allen Ebenen eine gute Stabilität», lobt Frauen-Trainer Stefan Dotzler.

    Herrmann ist sich bewusst, dass man mittlerweile auf sie als die beste Sprinterin des Weltcup-Winters genau schaut. «Das Rote Trikot möchte ich schon noch so lange wie möglich tragen», sagt sie selbstbewusst. Bei der Olympia-Entscheidung aber liegt es im Schrank. Genau wie das von Josef Wenzl, der sich das Führungs-Leibchen beim letzten Weltcup vor den Spielen in Toblach mit Platz drei ergatterte. Eine Last, so sagt es der Bayer aus Zwiesel, sei dies nicht. «Ich hatte es ja noch nicht an», bemerkt er trocken.

    Er stapelt lieber tief. «Ein Platz unter den besten 15 wäre schon okay. Die Uhr steht auf Null», sagt der Mann, der nach Jahren der Stagnation nun wieder erfolgreich ist. Dass er besonders bei Großereignissen in der Vergangenheit häufig bereits in der Qualifikation scheiterte, schiebt er beiseite. «Ich gehe sie wie immer an. Und wenn es nicht klappt, dann eben nicht», sagt Wenzl.

    Olympia 2016 in Rio - Deutsches Team - News
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