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Krasser Torwartfehler beschert dem SC Idar glücklichen Punkt

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Eugen Vetter hatte beim 1:1 des SC Idar die Füße im Spiel. 
Foto: Hähn
Eugen Vetter hatte beim 1:1 des SC Idar die Füße im Spiel.
Foto: Hähn – Joachim Hähn

Ansonsten allerdings gibt es über den Auftritt der Idar-Obersteiner im Waldstadion an der Kaiserlinde gegen keineswegs übermächtige Elversberger wenig Positives zu berichten. Sascha Hildmann redete auch gar nicht erst um den heißen Brei herum und stellte klar: "Wir haben sehr viel Glück gehabt und einen Punkt geschenkt bekommen."

Der freundliche Zählerspender hieß Daniel Kläs und hütete das Tor der SV Elversberg. Der lange Freistoß, den Eugen Vetter in der 82. Minute von der linken Außenlinie im Bereich der Mittellinie in den Strafraum der Gastgeber zog, ist für einen Regionalliga-Schlussmann eigentlich ein netter Happen, um die Spannung zu halten und warm zu bleiben. Kläs hätte sogar nicht einmal eingreifen müssen, weil die Kugel am langen Pfosten vorbei gegangen wäre, aber wie gesagt, eigentlich stellte der Ball ja eine leichte Fangübung dar. Dem armen Elversberger Keeper allerdings flutschte die Kugel irgendwie so unglücklich durch die Handschuhe, dass sie urplötzlich unten rechts im Netz lag. Bis die SC-Akteure und Zuschauer jubelten, dauerte es ein wenig, weil keiner fassen konnte, dass die Idarer gerade ein reguläres Tor erzielt hatten. Jens Kiefer, der Elversberger Trainer, fand das überhaupt nicht mehr lustig: "Ich kann nur sagen, täglich grüßt das Murmeltier." Tatsächlich scheint Kläs eine etwas unheimliche Pechsträhne zu haben. "In letzter Zeit passieren ihm ständig solche Dinger", knurrte Kiefer. "Ich habe das nicht gewusst", sagte Glücksschütze Eugen Vetter.

Der Ausgleichstreffer war der womöglich etwas übertriebene Lohn von Glücksgöttin Fortuna für eine Leistungssteigerung der Idarer im zweiten Abschnitt – allerdings gehörte zu dieser Steigerung nicht viel, denn der erste Abschnitt war schlichtweg grausam und dürfte eine der schwächsten Halbzeiten des SC in dieser Regionalligasaison gewesen sein. Weil auch die SV Elversberg alles andere als Extraklasse darstellte, war Hildmanns Zusammenfassung des Geschehens treffend: "Das war kein fußballerischer Leckerbissen", sagte er in der Pressekonferenz. Der Idarer Trainer hatte die gleiche Taktik gewählt, die beim 1:1 gegen die Sportfreunde Lotte so glänzend umgesetzt worden war. "Wir wollten wieder frühes Pressing spielen und aggressiv draufgehen", erklärte Hildmann, der außen aber von Minute zu Minute ärgerlicher wurde, weil er mit ansehen musste, wie sich seine Vorgaben in Luft auflöste. Die Idarer Spieler wirkten träge und agierten nicht als kompakte Einheit. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren zu groß, es wurde nicht konsequent in beide Richtungen umgeschaltet. Außerdem hatte der SC eine fürchterlich hohe Fehlerquote bei Ballbesitz. Das alles zusammen führte dazu, dass die Gäste häufig zu spät in den Zweikämpfen waren und Elversberg relativ viel Platz für seine Angriffe hatte. Glück für den SC, dass Elversberg auch kein Synonym für Ballsicherheit oder Passgenauigkeit darstellte.

Gleichwohl war die SVE besser im Spiel, und Sebastian Wolf musste die Gastgeber schon in der dritten Minute in Führung bringen. Doch zunächst klärte Vetter Wolfs Kopfball auf der Linie, und anschließend verwechselte der Elversberger Innenverteidiger Nachschuss mit Befreiungsschlag und jagte den Ball aus dem Stadion statt ins Netz. Anschließend bekam der SC die Partie für gut zehn Minuten einigermaßen in den Griff und hatte durch Eric Wischang prompt eine Gelegenheit zur Führung (11.). Kläs parierte hier glänzend. Doch nach und nach wurden die Elversberger Möglichkeiten größer. Jeff Kornetzky hielt das 0:0 zunächst mit einem Super-Reflex gegen Maurice Devilles Nahdistanz-Kopfball fest (29.), doch drei Minuten vor der Pause war der Idarer Tormann machtlos, obwohl ihm einige Fans die Schuld an dem Treffer anlasten wollten. "Wenn ich Jeff gewesen wäre, dann hätte ich meine Vorderleute aber so was von zusammengefaltet", erregte sich Hildmann.

Tatsächlich nahm Abedin Krasniqi den Ball mitten in der Idarer Hälfte unbedrängt mit einem technischen Kabinettstückchen an, lief los, lief parallel zum Strafraum, lief an Garlinski vorbei, lief an Schunck vorbei, wackelte Maurer aus und krönte sein Solo mit einem ansatzlosen Lupfer à la Raul über Kornetzky hinweg zum 1:0. Dem SC-Keeper war dabei kein Vorwurf zu machen, weil er richtigerweise nicht auf der Linie stand, sondern, um den Winkel zu verkürzen, drei Meter davor. Gegen den perfekten Heber half alle Sprungkraft nichts. (42.). Sekunden später war Krasniqi schon wieder frei, schoss aber vorbei (42.). "Wir haben es versäumt, das 2:0 zu machen", sagte Kiefer, und hatte dabei auch die 50. Minute im Sinn, als Daniel Jungwirth alle Idarer samt Kornetzky ausgespielt hatte, sich aber zum Rückpass statt zum Torschuss entschloss und so selbst das 2:0 verhinderte. Es sollte die letzte Elversberger Chance bleiben, denn der SC biss sich jetzt endlich in die Partie, während Elversberg immer weniger fürs Spiel tat.

Klare Idarer Gelegenheiten blieben allerdings Mangelware. Erst in der 63. Minute roch es nach dem Ausgleichstor, als Christoph Schunck einen Eckball von Robin Mertinitz aufs Tor köpfte, aber Christian Grimm auf der Torlinie klärte. Eckbälle waren im Übrigen ein weiteres Idarer Manko. Insgesamt zehn hatte der SC davon, aber neun waren nicht verwertbar. Sie waren im Grunde so schlecht geschossen, wie der Freistoßball von Eugen Vetter in der 82. Minute vor dem 1:1, nur das Keeper Kläs bei den Ecken nicht erahnen ließ, dass ihm ein derart fataler Fangfehler wie beim Ausgleich passieren könnte.

Nach dem 1:1 hatte der SC Idar-Oberstein sogar noch eine riesige Kontergelegenheit zum Sieg. Mit Fünf gegen Drei strebten die Idarer dem Elversberger Tor entgegen, doch Wischang verdaddelte die Chance. Irgendwie wäre ein Sieg auch des Guten zu viel gewesen.

Sascha Nicolay

Y Die Spieler des SC Idar-Oberstein in der Einzelkritik lesen Sie online unter www.rhein-zeitung/regionalsport-sued.html

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