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    München

    Sterberate bei Blutvergiftung steigt

    In den vergangenen Jahren hat die Sterberate bei Blutvergiftungen nach Medizinerauskunft deutlich zugenommen.

    «Das ist natürlich auf den ersten Blick enttäuschend, ist aber dadurch bedingt, dass wir zunehmend immer kränkere Patienten behandeln, also eine Folge der Hochleistungsmedizin», sagte Eugen Faist, Professor für Chirurgie am Münchner Universitäts-Klinikum Großhadern, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

    Durchschnittlich erleiden in Deutschland laut Faist bislang rund 420 Menschen pro Tag eine Blutvergiftung (Sepsis). Fast jeder dritte Patient sterbe daran. Damit sei die Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, sagte Faist im Vorfeld des Internationalen Sepsis-Weltkongresses, der am Dienstag in München beginnt.

    Derzeit würden immer häufiger auch ältere Menschen operiert, die durch ihr Alter anfälliger für eine Blutvergiftung (Sepsis) seien. Zudem könnten schwer verletzte Unfallpatienten durch das moderne Rettungssystem heute länger am Leben gehalten werden. Diese massiv geschwächten Patienten seien dann häufig von schweren Infektionen betroffen und oft Opfer einer Blutvergiftung.

    Durch den Einsatz von Stammzellen und neuen Methoden der Entzündungshemmung wollen Mediziner laut Faist die Zahl solcher Todesfälle in zehn Jahren jedoch halbieren. «Bei Schwerkranken mit Leberversagen, ohne verfügbares Transplantat, kann man beispielsweise versuchen, die Organfunktion durch die Gabe von Stammzellen zu erhalten.» Bislang gebe es jedoch nur einzelne solcher Therapieversuche und daher keine verlässliche Statistik. Außerdem werde versucht, bestimmte Eiweißmoleküle an weiße Blutkörperchen anzuheften, die dann eine übermäßige Zellstimulation und die daraus resultierende fatale Ganzkörperentzündung bei der Sepsis verhindern.

    Eine Blutvergiftung entsteht immer ausgehend von einer Infektion. «Wenn beispielsweise sehr aggressive Keime in den Körper eines Patienten eindringen, dessen Immunsystem bereits vorgeschädigt ist, dann kann aus der lokalen Infektion sehr schnell eine selbstzerstörerische Ganzkörperinfektion werden.» Auf dem Internationalen Weltkongress «Trauma, Schock, Entzündung und Sepsis» werden vom 9. bis 13. März mehr als 2000 Besucher erwartet.

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