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    Düsseldorf

    Neuer Stammzellchip zur Diagnose von Hirnschäden

    Düsseldorfer Wissenschaftler haben spezielle Stammzell-Chips zur Diagnose von Hirnschäden entwickelt. Bei dem Verfahren wird Hirnwasser mit Nervenzellen in Verbindung gebracht, die aus embryonalen Mäuse-Stammzellen gewonnen wurden.

    Das erklärte eine Sprecherin der Düsseldorfer Universitätsklinik am Montag. Das Verfahren wurde im Fachblatt «Annals of Neurology» (Bd. 66, S. 546) vorgestellt.

    Bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma sei die Aktivität der Nervenzell-Netzwerke auf dem bio-elektronischen Chip deutlich anders als beim Hirnwasser Gesunder, erläuterte die Sprecherin. Das auf dem Computerbildschirm sonst sichtbare elektrische Bewegungsmuster gesunder Nervenzellen fehle. Die Unterscheidung ergebe sich aus der unterschiedlichen Konzentration und Zusammensetzung der Aminosäuren im Hirnwasser, das Rückenmark und Gehirn und wie eine flüssige Schutzhülle umgibt.

    Bei der in Kürze geplanten Anwendung des Verfahrens beim Menschen könnte das notwendige Nervenmaterial aus umprogrammierten menschlichen Hautzellen gewonnen werden, erläuterten der Düsseldorfer Mediziner Marcel Dihné und der Physiker Stephan Theiss. «Damit entfällt die ethisch problematische Verwendung embryonaler menschlicher Stammzellen völlig.» Unproblematisch sei das neue Diagnoseverfahren auch deswegen, weil der Diagnose-Chip ausschließlich außerhalb des Körpers «in vitro» und damit als Labormethode angewandt werde. Zudem sei «das lebende Netzwerk der Nervenzellen», wenn es einmal auf dem Chip mit seinen Elektrodenfeldern aufgebracht worden ist, über einen längeren Zeitraum nutzbar.

    Bisher sei das Verfahren nur in der Diagnose von Schädel-Hirn-Schäden mit klaren Ergebnissen eingesetzt worden, erklärte das Düsseldorfer Forscher-Duo. «Als überraschendes Teilergebnis unserer Arbeit konnten wir außerdem nachweisen, wie wichtig das Hirnwasser aus Schädel und Rückenmarkkanal für die Hirnfunktion ist», unterstrichen die beiden Wissenschaftler. Da menschliche Nervenzellen und menschliches Hirnwasser besser zusammenpassen, sei bei der Übertragung dieser bisher nur mit Mäusezellen erprobten Diagnose-Methode auf den Menschen mit noch präziseren Ergebnissen zu rechnen.

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