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Philadelphia

Mädchen laut Studie genau so gut in Mathe wie Jungs

Mädchen sind nach einer neuen Studie entgegen vieler Klischees genau so begabt für Mathematik wie Jungen. Wenn sie ebenso gefördert werden und weibliche Vorbilder haben, könnten Mädchen genau so hohe mathematische Leistungen erzielen wie Jungen.

So heißt es in einer weltweiten Studie der Universität Villanova aus der Nähe von Philadelphia (Pennsylvania). Jungen würden zwar in der Regel bessere Leistungen erzielen. Das liege aber an einem höheren Selbstbewusstsein und einer Überzeugung, dass Mathematik später für den Beruf wichtig sei («Psychological Bulletin», Bd. 136, Nr. 1).

Die Wissenschaftler der katholischen Universität haben nach eigenen Angaben die Leistungen von fast einer halben Million Schüler aus 69 Ländern analysiert. Die Daten der 493 495 Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren stammen aus den TIMSS- und PISA- Studien, an denen auch deutsche Schüler teilnahmen. Die analysierten Daten der jetzt von der American Psychological Association veröffentlichten Studie stammen allerdings aus dem Jahr 2003.

«Klischees von einer weiblichen Unterlegenheit in der Mathematik stehen im deutlichen Kontrast zu den wissenschaftlichen Daten», sagte Studienleiterin Nicole Else-Quest. «Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen die gleiche Leistung bringen, wenn sie dieselben Hilfsmittel und weibliche Vorbilder haben.» Es seien nur geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern erkennbar – allerdings differierten diese Unterschiede von Land zu Land erheblich. So würden die Stellung der Frau in der Gesellschaft und ihr Lebensstandard eine große Rolle spielen. Länder, in denen auch Frauen wichtige wissenschaftliche Funktionen übernehmen, hätten auch Mädchen mit mehr Selbstbewusstsein und besseren Rechenfähigkeiten.

Bereits vor zwei Jahren waren italienische Forscher zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Mädchen halten demnach auch in der Mathematik mit, wenn die Geschlechter in ihrem Land gleich behandelt werden. Auch die Wissenschaftler des European University Institute in Florenz hatten Daten der PISA-Studie des Jahres 2003 analysiert und dabei zwar Nachteile der Mädchen in der Mathematik – bei Vorteilen im Lesen – festgestellt. In Ländern mit hoher Gleichstellung verlagerte sich das Ungleichgewicht jedoch deutlich zu ihren Gunsten: In der Türkei und in Südkorea klafften die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen weit auseinander. In Schweden und Norwegen waren hingegen so gut wie keine Unterschiede in den Leistungen mehr erkennbar («Science» Bd. 320, S. 1164).

Wissenschaft
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