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    Korrekturen für Weltklimarat - Fehler peinlich

    Potsdam/Frankfurt (dpa) - Der Klimaforscher Prof. Ottmar Edenhofer hat Korrekturen beim Weltklimarat (IPCC) angekündigt, mit denen einige Fehler künftig vermieden werden sollen.

    «Beim nächsten großen UN-Report, der 2014 erscheinen soll, wird sichergestellt sein, dass genug Zeit zum gründlichen Gegencheck durch die jeweiligen Fachexperten bleibt», sagte Edenhofer in einem Interview mit der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstag). Zudem sollte der Klimarat schneller öffentlich auf etwaige Irrtümer hinweisen, forderte der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der selbst führend am jüngsten Weltklimareport beteiligt war.

    Die jüngst bekanntgewordenen Fehler im IPCC-Report von 2007 seien peinlich und ein Rückschlag für die Klimapolitik. Es seien aber keine Fehler, «die an den Grundaussagen des Klimareports etwas ändern», sagte Edenhofer. Das betonen auch zwei weitere deutsche und ein Verbund von 53 niederländischen Forschern. Die IPCC-Berichte dürften nicht wegen einzelner Fehler grundlegend infrage gestellt werden, sagten Prof. Peter Lemke vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und der Geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, Prof. Jochem Marotzke in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Nichts ändert etwas daran, dass der vom Menschen gemachte Klimawandel sich in Zukunft verstärken wird», betonte Lemke.

    Eine falsche Prognose im IPCC-Report lautete, dass die Himalaya- Gletscher bereits bis 2035 abgeschmolzen sein könnten - anstatt bis 2350. Zudem wurde aufgedeckt, dass der Klimarat die Niederlande als Staat führte, bei dem 55 Prozent der Fläche unter dem Meeresspiegel lägen. Richtig ist: 26 Prozent. Auch künftig werde es kleinere Fehler geben, sagte Edenhofer. «Das liegt in der Natur der Sache.» Denn Wissenschaft sei ein irrtumsanfälliger Prozess.

    Die Forderung nach einem Rücktritt des IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri wies Edenhofer zurück. Pachauri sei für die Fehler nicht verantwortlich, sondern die Leitung der betreffenden IPCC- Arbeitsgruppe. «Wegen eines Zahlendrehers muss der Chef des Weltklimarats nicht zurücktreten», sagte Edenhofer. Es gehe nicht um eine Personalie, sondern darum, den IPCC «noch besser zu machen». Der Rat sei für Forschung und Politik unverzichtbar.

    Grundlegende Zweifel an der Arbeit des IPCC sind nach Überzeugung von Lemke und Marotzke durch nichts gerechtfertigt. «Wir wissen mit großer Sicherheit, dass die globale Erwärmung voranschreitet und dass der Mensch den größten Anteil an der Erwärmung der vergangenen 50 Jahre verursacht hat», betonte Lemke. «Genauso klar ist es, dass die Erwärmung voranschreiten wird, wobei wir diesen Prozess durch Anpassungs- und Vermeidungsstrategien in seiner Auswirkung verringern können», sagt Marotzke.

    Mit der Bitte um Unterstützung wandten sich Marotzke und Lemke mittlerweile auch an Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (beide CDU). «Die IPCC-Berichte sind unsere beste Quelle für das Wissen um den Klimawandel», sagte Lemke. «Es ist daher sehr wichtig, dem IPCC weiterhin die volle Unterstützung zu gewähren», unterstrich Marotzke.

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