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    Addis Abeba

    Klinische Studie: Impfstoff schützt Kinder vor Malaria

    Ein aussichtsreicher Impfstoff gegen Malaria hat sich in einer großen klinischen Studie bewährt. Der Wirkstoff habe das Risiko, zu erkranken, bei kleinen Kindern deutlich vermindert, teils um etwa die Hälfte, teilte das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit.

    Hoffen auf Malariaschutz
    Zugelassen ist RTS,S noch nicht. Es wäre der erste Impfstoff überhaupt gegen die Tropenkrankheit.
    Foto: EPA/U.S. Centers for Disease Control and Prevention - DPA

    Die Studienergebnisse sind im «New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Sie zeigten das große Potenzial der Zusammenarbeit mehrerer Partner, lobte Bill Gates von der Bill & Melinda Gates Foundation in der Mitteilung zur Studie.

    Erste Ergebnisse bei 6000 Kindern zwischen 5 und 17 Monaten aus dem Jahr nach den Impfungen hätten gezeigt, dass sich das Risiko für eine milde Malariaerkrankung um bis zu 56 Prozent vermindere, teilte GlaxoSmithKline mit. Schwere Fälle habe es bis zu 47 Prozent weniger gegeben.

    Damit sei RTS,S zwar deutlich weniger effizient als andere Impfstoffe wie etwa der gegen Masern, sagte Oliver Moldenhauer von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Berlin. Ein wichtiger Fortschritt sei aber gemacht, sollten sich die Ergebnisse bestätigen. «Dies darf aber nicht dazu führen, dass bei Prävention und Behandlung der Malaria gespart wird. Wir brauchen weiter Moskitonetze und Medikamente.»

    An dem Impfstoff RTS,S wird seit etwa 25 Jahren geforscht, er galt schon länger als aussichtsreicher Kandidat für eine erste Impfung gegen Malaria überhaupt. Von März 2009 bis Januar 2011 waren nun fast 15 000 Kinder aus sieben afrikanischen Ländern der Sub-Sahara-Region in die Phase-III-Studie einbezogen worden - der letzten klinischen Versuchsreihe vor einer möglichen Zulassung als Arzneimittel. Die Kinder wurden in zwei Altersgruppen aufgeteilt: 6 bis 12 Wochen sowie 5 bis 17 Monate. Ein Teil erhielt jeweils drei Dosen des Impfstoffs, eine Kontrollgruppe eine Substanz ohne Wirkstoff. Die Daten für die wenige Wochen alten Babys würden für Ende 2012 erwartet, hieß es.

    Der Impfstoff enthält ein Protein des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum sowie einen Wirkverstärker. Er aktiviert das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr gegen den Erreger. Dabei löst er GlaxoSmithKline zufolge sowohl die Bildung von Antikörpern aus, die die Parasiten daran hindern, die Leber zu erreichen, als auch eine starke T-Zell-Antwort, um bereits infizierte Leberzellen abzutöten.

    Der Impfstoff habe «das Potenzial, die Zukunftsaussichten für Kinder, die in Malaria-Gebieten Afrikas leben, bedeutend zu verbessern», sagte der Chef von GlaxoSmithKline (GKS), Andrew Witty. Das Pharmaunternehmen arbeitet seit 1987 mit seinen Partnern an der Entwicklung von RTS,S. Zusammen mit anderen vorbeugenden Maßnahmen wie Moskitonetzen und Insektiziden könne der Wirkstoff in Zukunft Millionen Leben retten, so Witty. Den bisherigen Ergebnissen zufolge sei RTS,S gut verträglich und zeige wenig schwere Nebenwirkungen. Wie viele Monate lang die Impfung Schutz biete, müsse noch weiter untersucht werden.

    Wann RTS,S auf den Markt kommen könnte, war noch unklar. Jedoch hieß es in einer Mitteilung, dass der Impfstoff - falls er alle notwendigen Zulassungen erhält - bereits in den nächsten Jahren in großem Umfang angewendet werden könnte. Bisher können sich Menschen in den betroffenen Gebieten nur mit der vorbeugenden Einnahme von Tabletten sowie der Vermeidung von Insektenstichen etwa durch Moskitonetze vor der Fieberkrankheit schützen.

    Rund eine Million Menschen sterben jährlich an Malaria, die meisten davon sind Babys und Kleinkinder aus Regionen südlich der Sahara; mehrere Millionen infizieren sich. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) teilte am Dienstag mit, dass die Zahl der Malaria-Opfer in den vergangenen neun Jahren um gut 20 Prozent zurückging. Zudem sei ein Drittel der 108 Länder, in denen die Krankheit heimisch ist, auf einem guten Weg, sie in den kommenden zehn Jahren auszumerzen. Ein Impfstoff könnte dabei wohl gute Dienste leisten.

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