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    Heidelberg

    Honigbienen bringen Krebsforscher voran

    Identische Gene, aber unterschiedliche Entwicklung: An Honigbienen untersuchen Krebsforscher aus Heidelberg, warum sich Zellen mit dem gleichen Erbgut verschieden verhalten.

    Biene
    Von der Untersuchung der Honigbienen erhoffen sich die Forscher Aufschlüsse über das Wachstum von Krebszellen.

    Dabei fanden sie heraus, dass sich die Bienenkönigin von ihren Arbeiterinnen bei der sogenannten chemischen Markierung in etwa 550 Genen unterscheidet. Das teilte das Deutsche Krebsforschungszentrum am Mittwoch mit. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon Aufschlüsse über das Wachstum von Krebszellen, die das gleiche Genom wie gesunde Zellen haben, aber abweichende Eigenschaften entwickeln.

    Die chemischen Markierungen mit Methylgruppen sind Merkmale am Erbgut, die keinen Einfluss auf die Abfolge der DNA-Bausteine haben. Mit ihnen passt sich die Zelle an wechselnde Umweltbedingungen an. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Bienen und könnten einen Anknüpfungspunkt für eine Krebstherapie bieten.

    «Die Honigbiene ist ein Extrembeispiel für unterschiedliche Entwicklungsschicksale», sagte Frank Lyko vom Krebsforschungszentrum. Die große, langlebige Bienenkönigin ist zeitlebens damit beschäftigt, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Die wesentlich kleineren Arbeiterinnen dagegen sammeln Nahrung, halten den Stock in Ordnung, pflegen und füttern die Brut. Sie selbst sind unfruchtbar.

    Allein das Futter entscheidet über die Zukunft des Bienen-Nachwuchses: Werden die Larven mit Pollen gefüttert, entwickeln sich Arbeiterinnen. Sollen sie zur Bienenkönigin heranreifen, erhalten sie ausschließlich das fett- und eiweißreiche Gelee Royale. Damit werden offensichtlich die chemischen Markierungen beeinflusst.

    Australische Forscher imitierten die Effekte dieses Kraftfutters, indem sie in Bienenlarven das Enzym abschalteten, das die DNA mit Methylgruppen markiert. Aus diesen Larven entwickelten sich ausschließlich Königinnen - ganz ohne Gelee Royale. Das war ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Methylmarkierungen über das Schicksal der Larven entscheiden, indem sie die Aktivität bestimmter Gene beeinflussen. Daran könnten künftig Krebstherapien ansetzen.

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