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    Forscher: Wale schwimmen weite Wege für die Hautpflege

    La Jolla/London (dpa) - Orcas der Antarktis schwimmen tausende Kilometer in subtropische Gewässer - wahrscheinlich nur zur Körperpflege.

    Wal
    Wer schön sein will muss leiden - das gilt auch für Wale. Archiv
    Foto: SECAC/Monica Perez - DPA

    Die Wale könnten das warme Wasser nutzen, um ihre Haut auf Vordermann zu bringen, schreiben US-Forscher im Journal «Biology Letters» der britischen Royal Society. Im Gegensatz zu den antarktischen Gewässern gebe es dort die Möglichkeit, das Hautgewebe zu erneuern, ohne allzu viel Körperwärme dabei zu verlieren.

    Wer schön sein will muss leiden - das gilt auch für Wale, insofern sie schnelles und langes Schwimmen als Leid empfinden sollten. Das Team um John Durban von der amerikanischen Ozean- und Klimabehörde NOAA vermutet, dass es bei der Hautpflege in tropischen Gewässern nicht nur um Schönheit, sondern auch um Gesundheit geht.

    Für ihre Untersuchung markierten die Wissenschaftler zwölf Orcas (Orcinus orca, Schwertwale) mit Sendern und beobachteten ihre Wanderungen zwei Jahre lang. Die Aufzeichnungen zeigten, dass fünf der Wale zielstrebig in die warmen Gewässer Uruguays und Brasiliens geschwommen waren. Die Geschwindigkeiten, mit denen die Meeressäuger in warme Gewässer wanderten waren beachtlich. Ein Wal kehrte nach nur 42 Tagen in die Antarkitis zurück und war in dieser Zeit 9400 Kilometer geschwommen. Das sind täglich 224 Kilometer.

    Grund für die lange Reise sei vermutlich eine besondere Art der Hautpflege. In den kalten Gewässern der Antarktis bilden sich dicke Schichten von Kieselalgen auf der Haut der Tiere. Antarktische Orcas sehen deshalb oft gelblich aus. Im warmen Wasser könne ein Wal eher diese Algen abschruppen und sein Hautgewebe erneuern als in kalten, wo Wärmeverluste drohten.

    Sollte sich diese These bestätigen, könne das nach Meinung der Wissenschaftler wichtige Erkenntnisse über die Wanderbewegungen verschiedener Walarten liefern. Bislang sei beispielsweise auch noch nicht genau bekannt, warum Bartenwale in tropische Meere schwämmen.

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