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Forscher entdecken Mechanismus hinter Extremwetterlagen

München/Potsdam (dpa) – Kältewellen in den USA, Überschwemmungen in Deutschland und Waldbrände in Russland – extreme Wetterlagen nehmen seit Jahren zu.

Orkan
Eine Frau geht im Jahr 2007 während eines Orkans über eine Promenade.
Foto: Carsten Rehder / Illustration – DPA

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat in einer Mitte August veröffentlichten Studie einen Mechanismus entdeckt, der diese Wetterphänomene erklären soll: Immer häufiger ziehen Höhenwinde in der Atmosphäre die immer gleiche Schleife, anstatt – wie eigentlich üblich – bei ihrem Weg um den Globus die Bahnen zu ändern. Das berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» («PNAS»).

Das Problem: Wenn die Zugbahn der sogenannten Jetstreams sich nicht verändert, fixiert dies die Wetterlage an einer Stelle. In der Folge kommt es zu extremen Hitzewellen und Dürren oder anhaltenden Regenfällen. Global hat sich die Zahl solcher andauernden Extremwetterlagen in den letzten 30 Jahren verdoppelt, sagt Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung des Rückversicherers Munich Re.

Welchen Einfluss der Klimawandel auf die immer gleiche Bewegung des Jetstreams hat, ist demnach unklar. Die PIK-Forscher sehen einen Zusammenhang. «Allerdings ist das bislang nur eine Hypothese, die zwar plausibel erscheint, aber keineswegs gesichert ist», kommentiert Höppe die Studie.

Weil Treibhausgase für eine Erwärmung der Arktis sorgen, schmelzen Schnee- und Eisflächen. Helle Flächen, die Sonnenstrahlung zum Großteil reflektieren, verschwinden, und die dunkleren Flächen erwärmen sich schneller durch die erhöhte Strahlungsabsorption. Der Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd nimmt deshalb ab. Doch genau dieser Unterschied ist es, der den Starkwind normalerweise antreibt. «Die Erwärmung der Arktis und die immer häufigere langanhaltende Konstanz der Bahn der Höhenwinde korrelieren. Ob sie tatsächlich auch kausal zusammenhängen, muss noch bewiesen werden», meint Höppe.

Studie

Mitteilung Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

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