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    New York

    Forscher: Eisschmelze in Grönland erreicht Rekordniveau

    Die Eisschmelze in Grönland hat nach Angaben von Forschern einen neuen Rekord erreicht - und das schon vier Wochen vor dem offiziellen Ende der Tau-Saison.

    Eisschmelze
    Schmelzsee auf einem Gletscher nahe des Ortes Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord) in Grönland.
    Foto: Marco Tedesco / City College of New York - DPA

    Schon von Juni bis zur ersten Augustwoche sei mehr Eis geschmolzen, als während der kompletten Saison 2010, wie Marco Tedesco und sein Team vom City College of New York in einer Mitteilung schreiben. Satelliten lieferten die Daten. Die Zeit der Schmelze geht offiziell von Juni bis September, wenn es wieder kälter wird.

    «Da im August noch mehr kommt, wird der Gesamtwert der Schmelze alte Rekorde überschreiten», wird Tedesco in der Mitteilung zitiert. Demnach schmolzen seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1979 während einer Saison noch nie solche Eismassen wie 2012. Hinzu kommt, dass sich die Schmelze offenbar immer weiter in höhere Lagen ausbreitet - dort, wo es eigentlich besonders kalt ist.

    Tedesco betonte, die Veränderungen stimmten mit den Modellen zur Vorhersage in etwa überein. Überraschend sei aber die Geschwindigkeit des Schmelzens.

    Die Gletscherforscherin Angelika Humbert vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven schätzt Tedesco und seine Arbeit. «Wichtig ist, dass Tedesco nicht das Meereis, sondern das Inlandeis auf dem grönländischen Festland untersucht», sagte Humbert. Das Inlandeis hat sich über Jahrtausende durch Niederschlag entwickelt. Da es sehr lange Zeit im Winter mehr schneite als im Sommer schmolz, bildeten sich Gletscher.

    Der Zeitraum der Beobachtungen - seit 1979 - sei im Verhältnis zur Erdgeschichte natürlich sehr gering. «Aber besonders während der letzten zwanzig Jahre beobachten wir immer weiter zunehmendes Schmelzen», sagte Humbert. Sogenannte Gletschermühlen transportieren das Schmelzwasser von der Eisoberfläche an die Unterseite der Gletscher. Dort wirkt es wie eine Art Gleitmittel und beschleunigt so die Bewegung des Eises. «Dies liefert einen direkten Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels», erklärte Humbert.

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