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Forscher: „Cassini“ lieferte Vielfalt an neuen Ergebnissen

Riga (dpa) – Mit der Saturn-Mission der Raumsonde „Cassini“ ist für den deutschen Forscher Sascha Kempf auch eine Epoche zu Ende gegangen. „Cassini ist die letzte wirkliche Erkundungsmission gewesen – eine Mission, die an einen Ort geschickt wurde, über den man so gut wie gar nichts wusste.“

Raumsonde Cassini
«Cassini» war 1997 gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen.
Foto: NASA – dpa

Das sagte Kempf der Deutschen Presse-Agentur am Rande des europäischen Planetenforscherkongresses in Riga. Die Sonde hatte sich nach mehr als zehn Jahren Forschung vergangene Woche kontrolliert in den Planeten gestürzt.

Raumsonde Cassini
2125 Kilogramm Technik: Rund 20 Jahre hat «Cassini» den Saturn und seine Ringe erforscht.
Foto: NASA – dpa

„Cassini hat uns zum allerersten Mal wirklich erlaubt, diese Dinge im Detail zu untersuchen“, sagte der an der University of Colorado Boulder in den USA tätige Kempf. „Das ist mit Sicherheit die Mission, die die größte Vielfalt an verschiedenen neuen unerwarteten und erwarteten Ergebnissen geliefert hat.“

Nordpol des Saturn
Die Cassini-Aufnahme zeigt den Wirbel eines Sturms am Nordpol des Saturn auf.
Foto: NASA/JPL/ESA – dpa

„Cassini“ war 1997 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Zu den Entdeckungen des Raumgefährts zählten etwa ein Ozean auf dem Mond Enceladus, der möglicherweise Leben dort zulassen könnte, und flüssige Methan-Seen auf dem Mond Titan. An der rund 3,2 Milliarden Dollar teuren Mission waren Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt.

Raumsonde Cassini
Nach rund 20 Jahren hat die Nasa-Sonde «Cassini» ausgedient.
Foto: DLR – dpa

Kempf, der lange auch am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg forschte, war für die Messungen des Staubanalysegeräts an Bord der „Cassini“ mitverantwortlich.

Raumsonde Cassini
Cassini-Foto vom Saturn-Mond Daphnis in den Ringen des Saturn.
Foto: NASA/JPL/ESA – dpa

Der Abschied von „Cassini“ war nötig geworden, weil der Treibstoff der 2125 Kilogramm schweren Sonde so gut wie verbraucht war. Bei ihrem Absturz sollte sie wie ein Meteor auseinanderbrechen und die Teile dann in der Atmosphäre verglühen. Bis zuletzt hatten mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord Daten zur Erde gesendet.

Nach Angaben von Kempf gibt es bereits neue Pläne und Vorschläge für Missionen, die auf den Erkenntnissen von „Cassini“ aufbauen. Auch die Technologie dafür sei vorhanden. „Wir wissen jetzt, welche Fragen wir zu stellen haben und darauf freuen wir uns“, sagte der Forscher.

Uni-Webseite von Kempf

Europäischer Planetenforscherkongress

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