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Berlin

Fördergelder für technische Hilfe im Alter

dpa

Leicht zu bedienende Technik soll Senioren künftig noch länger ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.

Für Weiterentwicklung und Erprobung von Not-Stopps beim Auto oder von Bodenbelägen, die bei einem Sturz über Sensoren Alarm auslösen, will das Bundesforschungsministerium seine Fördergelder aufstocken. Die Summe solle 2010 von 21 Millionen auf 30 Millionen Euro erhöht werden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel am Dienstag. Forscher sollen dabei auch herausfinden, welche Technik ältere Menschen wirklich wollen, sagte er am Dienstag auf einem Berliner Kongress für Assistenzsysteme im Alter.

Technische Hilfen für das Leben im Alter seien schon viel weiter entwickelt als sie genutzt würden, sagte Hans Heinz Zimmer, Vorstandschef des Verbandes der Elektrotechnik auf dem Kongress. War es vor 15 Jahren noch eine Errungenschaft gewesen, dass sich Rollläden automatisch heben, könnten viele Geräte heute kabellos miteinander kommunizieren – vom Computer über TV und Telefon bis hin zu Heizungssteuerung, Lichtsystem oder Rauchmelder. Solche «intelligenten» Häuser und Wohnungen seien aber noch die Ausnahme.

Die Frage laute in Zukunft nicht mehr «Mensch oder Technik», sondern «Technik oder Heim», sagte Dieter Rombach vom Fraunhofer Institut in Kaiserslautern. Auch Pflegepersonal käme mehr Technik zugute. Sie kann zum Beispiel bei einer telemedizinischen Überwachung eines Patienten – Herztöne, Blutdruck oder Zuckerspiegel – mehr Zeit für persönliche Zuwendung lassen.

Widerstand bei Senioren erwartet Rombach dabei wenig. «Ältere Menschen fragen mich heute schon, warum ihr Auto so intelligent ist und ihre Wohnung so dumm», sagte er. Sensoren könnten zum Beispiel erfühlen, wenn Menschen hinfallen. Sie können auch Alarm auslösen, wenn ein alter Mensch vergisst, Herdplatte oder Bügeleisen auszuschalten.

Studien belegten, dass Senioren sich auf helfende Technik einlassen, wenn sie ihnen mehr und längere Selbstbestimmung erlaube, sagte Dieter Czogalla vom Sozialwerk St. Georg. Denn der größte Wunsch älterer Menschen sei, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Eine Voraussetzung für die Entwickler ist allerdings, dass Assistenzsysteme einfach – zum Beispiel über die Sprache – zu bedienen sind. Kritisch sehen Senioren in Studien dagegen eine Videoüberwachung per Kamera. Auch sichtbare Hilfsmittel am Körper lehnen sie ab. In diesem Punkt seien alte Menschen genauso eitel wie junge, ergänzte Czogalla.

Nach den Berechnungen des Forschungsministeriums wird es in Deutschland in 10 Jahren rund 70 Prozent mehr Menschen über 80 Jahre geben. Bereits heute sterben nach Angaben des Fraunhofer-Instituts in Deutschland rund 40 000 alte Menschen im Jahr an den Folgen von Stürzen. Sie können nicht selbst Alarm schlagen und werden nicht rechtzeitig gefunden.

www.aal-kongress.de

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