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Göttingen

Erste Bernsteinfossilien Afrikas entdeckt

dpa

Ein internationales Forscherteam hat erstmals in Afrika in Bernstein eingeschlossene fossile Insekten, Spinnentiere, Pflanzenreste sowie mikroskopisch kleine Pilze, Bakterien und Fadenwürmer entdeckt. Sie stammen aus den Wäldern Äthiopiens und sind etwa 95 Millionen Jahre alt.

Nach Angaben des Expeditionsleiters Alexander Schmidt vom Göttinger Courant Forschungszentrum «Geobiologie» gehören die Funde aus der Kreidezeit zu den frühesten Fossilbelegen Afrikas. Es wurden viele Arten, darunter die älteste bekannte Ameise Afrikas und die älteste bekannte Baldachinspinne des Kontinents gefunden, berichtete Schmidt in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America».

Die meisten Bernsteinvorkommen seien aus Nordamerika und Eurasien überliefert. Auf den südlichen Kontinenten sei bisher nur selten Bernstein gefunden worden, schrieb der Paläontologe. Die 62 Bernsteinstücke, die das Team von 20 Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Äthiopien, Italien, Großbritannien und den USA untersucht hat, stammen vom Nordwestplateau Äthiopiens. Die Forscher analysierten das Baumharz und seine Einschlüsse sowie die geologischen Rahmenbedingungen, um das damalige Ökosystem zu rekonstruieren und zu datieren.

«In der Kreidezeit wuchsen in Äthiopien tropische Wälder, in denen viel Harz von den Bäumen tropfte, das im Laufe vom Jahrmillionen zu Bernstein wurde», erklärte Schmidt. «Der von uns untersuchte Bernstein ist außergewöhnlich klar und farbintensiv. Die meisten Stücke sind bis zu fünf Zentimeter groß; einige erreichen eine Größe von bis zu 25 Zentimetern.» In den Bernsteinen seien Zeitzeugen einer erdgeschichtlichen Epoche im Wandel konserviert. «In der Kreidezeit entfalteten sich die Blütenpflanzen und veränderten durch ihre gemeinsame Evolution mit Insekten und vielen anderen Organismengruppen die Ökosysteme auf dem Festland nachhaltig.»

Im Baumharz eingeschlossen fanden die Forscher 13 Insektenfamilien, Reste von Blütenpflanzen und Farnen sowie Pilze. «Bei der Auswertung erwarten wir zahlreiche neue Einblicke in die Evolution verschiedener Organismengruppen», schrieb Schmidt. Die 2008 begonnenen Forschungsarbeiten werden aus Mitteln der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert.

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