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    Peking

    Chinas «kleine Kaiser»: Ein-Kind-Politik beeinträchtigt Verhalten

    Weniger lebenstüchtige Einzelkinder sind nach einer neuen Studie die Folge der Ein-Kind-Politik in China. Als «kleine Kaiser» aufgewachsene Chinesen seien nicht so wettbewerbsfähig, scheuten Risiken und schenkten anderen Menschen deutlich weniger Vertrauen.

    Chinesisches Kind
    Die Ein-Kind-Politik in China erzeugt weniger lebenstüchtige Einzelkinder.
    Foto: Bernd Thissen/Archiv - DPA

    Das fand eine Studie von Wissenschaftlern australischer Universitäten heraus. Die Forscher berichten darüber im amerikanischen Wissenschaftsmagazin «Science».

    Die Nachkommen aus Ein-Kind-Familien sind demnach pessimistischer, empfindlicher oder nervöser, weniger vertrauenswürdig oder gewissenhaft als Menschen, die nicht als Einzelkinder groß geworden sind. Dies zeigten Untersuchungen und Experimente mit mehr als 400 Bewohnern Pekings. «Die Ein-Kind-Politik hat deswegen bedeutende Auswirkungen auf die chinesische Gesellschaft», so die Studie.

    Die Testpersonen waren entweder kurz vor oder nach der Einführung der Ein-Kind-Politik 1979 in China geboren. Die Wissenschaftler benutzten eine Reihe von wirtschaftlichen Spielen, in denen Teilnehmer kleine Geldbeträge tauschen oder investieren und Entscheidungen treffen mussten. Dabei wurden das Risikoverhalten, Vertrauen und die Bereitschaft zum Wettbewerb gemessen.

    Die Forscherin Lisa Cameron von der Monash Universität in Clayton in Australien und die anderen Wissenschaftler, unter anderem von der Universität von Melbourne, berücksichtigten auch mögliche andere Faktoren wie Alter, Familienstand der Teilnehmer oder ihre Entwicklung im zunehmenden Kapitalismus in China.

    Auch betonten sie, dass ihre Ergebnisse die Auswirkungen des Daseins eines Einzelkindes in Peking oder möglicherweise anderswo in China widerspiegelten, aber «nicht notwendigerweise» auf Menschen in anderen Ländern oder zu anderen Zeiten übertragen werden könnten.

    Die Ein-Kind-Politik hat in China schon länger Befürchtungen ausgelöst, dass die «kleinen Kaiser» verwöhnt werden oder unter der großen und exklusiven Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu leiden haben. Es gibt Beobachtungen, dass solche Kinder egozentrischer und weniger kooperativ sind. So gibt es seit längerem Sorgen über die Kompetenzen von Menschen, die als Einzelkinder aufwachsen.

    Die Ein-Kind-Politik in China betrifft heute allerdings nach offiziellen Angaben nur noch ein Drittel der Bevölkerung. So gibt es Ausnahmen für Minderheiten oder Bauern. Auch können heute Ehepartner, die selbst beide aus Ein-Kind-Familien stammten, zwei Kinder haben.

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