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Beikost lässt Babys etwas länger schlummern

Ist das Baby satt und sauber, ist die Welt schon mal recht in Ordnung. Eltern wünschen sich und dem Kind auch einen guten Schlaf. Kann Beikost dabei helfen?

Babys erster Brei
Laut einer britischen Studie schlafen Babys etwas länger, wenn sie ab dem vierten Monat neben der Muttermilch auch Beikost erhalten.
Foto: Patrick Pleul – dpa

London (dpa). Babys schlafen einer britischen Studie zufolge etwas länger, wenn sie ab dem vierten Monat neben der Muttermilch auch Beikost erhalten.

Im Alter von sechs Monaten schlummerten die Kinder pro Nacht im Mittel rund eine viertel Stunde länger als Altersgenossen, die nur gestillt wurden. Außerdem wurden sie nachts etwas seltener wach – im Schnitt zwei Mal weniger pro Woche. Die Zahl schwerer Schlafprobleme war sogar um die Hälfte verringert.

Die Wissenschaftler hatten gut 1300 drei Monate alte Babys zwei Gruppen zugeteilt, wie sie in der Fachzeitschrift „Jama Pediatrics“ berichten. Die Mütter der einen Gruppe wurden gebeten, ihre Kinder nicht nur zu stillen, sondern ihnen im Alter von vier bis sechs Monaten zusätzlich auch Beikost mit Joghurt, Eiern, Getreide, Fisch und gemahlenen Nüssen zu geben. Die andere Gruppe der Kinder erhielt weiterhin nur Muttermilch.

Der Zusammenhang von Schlafverhalten und Beikost sei bislang noch nie so deutlich dokumentiert worden wie in dieser Studie, erläutert Berthold Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfehle die erste Gabe von Beikost jedoch erst zwischen dem Beginn des fünften und dem Beginn des siebten Monats, sagt Koletzko, der die DGKJ-Ernährungskommission leitet. Beikost bereits vom vierten Monat an sei mit Übergewicht assoziiert. „In der Studie bekamen drei bis vier Monate alte Babys auch nur Joghurt in winzigen Mengen. In diesem Alter können Säuglinge meist noch gar nicht vom Löffel essen.“

Insgesamt zeige schon die Erfahrung: „Wenn Kinder hungrig sind, dann sind sie auch unruhiger und schlafen schlecht.“ Daher bekämen Kinder, die einen hohen Energieverbrauch hätten, in der Regel ohnehin schon früher Beikost. „Man sollte immer das Kind beobachten und seine Signale beachten.“ Keinesfalls sollte man die Säuglinge nun mit Brei vollstopfen, damit sie besser schlafen.

Auch Till Reckert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist überzeugt von der Machart der Studie. „Und sie ist auch meines Wissens die erste Studie, die diese Frage wirklich sauber adressiert.“ Frühere Studien hätten allerdings gezeigt, dass das Durchschlafen wesentlich von der Fähigkeit des eigenständigen Einschlafens abhängt. „Es tritt also viel häufiger auf, wenn Babys gelernt haben, wie sie sich selber beruhigen können, wenn sie im Bett liegen.“

Die Untersuchung entstand unter Leitung von Gideon Lack vom King's College London. 94 Prozent der Kinder waren bis zur Vollendung der ersten drei Lebensjahre dabei. Sie basiert auf Daten einer Studie, bei der ursprünglich ermittelt werden sollte, wie gut Kinder bestimmte Nahrungsmittel vertragen.

Inzwischen hätten schon rund zehn Studien gezeigt, dass Kinder, die sehr spät Beikost bekommen, ein erhöhtes Allergierisiko haben, sagte Koletzko. Bei der Gabe von Beikost im Alter von vier bis sechs Monaten entwickle das Immunsystem dagegen eine gute Toleranz.

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Gesund ins Leben

BZfE zu Beikostgabe

Broschüre Bundesernährungsministerium

Mitteilung der Uni London

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