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London

Überleben der Tasmanischen Teufel doch möglich?

dpa

Ein ansteckender Gesichtskrebs droht den Tasmanischen Teufel auszurotten – jetzt haben australische Forscher jedoch Hinweise gefunden, wonach die Raubtiere vielleicht doch in der Wildnis überleben könnten.

Tasmanischer Teufel
Ein Tasmanischer Teufel im Naturschutzgebiet Currumbin in Australien (Archiv).

Es gebe kleine genetische Varianten im Immunsystem einer Gruppe von Tieren im Nordwesten Tasmaniens, berichtet die Forschergruppe um Katherine Belov von der Universität Sydney in den «Proceedings» der britischen Royal Society (online vorab).

Der aggressive Tumor wird durch Beißen von Tier zu Tier übertragen. Zunächst bilden sich dicke Knoten und Geschwüre um die Schnauze, dann verbreitet sich der Krebs über den ganzen Körper. Viele der angriffslustigen Tiere verhungern, weil sie nicht mehr fressen können. Seit 1996 hat sich der Bestand des rund 70 Zentimeter großen Beuteltiers, das nur noch auf der Insel vor Australien vorkommt, um 70 Prozent verringert.

«Die meisten Tasmanischen Teufel sind immunologische Klone und deshalb sehr anfällig für die Krankheit», erklärt Belov. Denn auch die Tumore sind genetisch nahezu identisch. Als Belov und ihre Mitarbeiter nach Unterschieden im Genom bei Tieren aus ganz Tasmanien suchten, entdeckten sie eine kleine Gruppe im Nordwesten mit einer größeren Varianz. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere eine Abwehr gegen den übertragbaren Tumor entwickeln könnten. «Möglicherweise können deshalb mehr Tiere in der Wildnis überleben als ursprünglich gedacht».

Um das Überleben des tasmanischen Wappentiers zu ermöglichen, sollen noch in diesem Jahr Gruppen gesunder Tiere auf vorgelagerte Inseln oder in abgesperrte Gebiete gebracht werden. Sie sollen eine Art «eiserner Reserve» bieten, berichtete im Januar der «Sydney Morning Herald». Experten warnen jedoch vor solchen Aussetzungen, weil die Raubtiere der heimischen Tierwelt den Garaus machen könnten. Im Falle der Tasmanischen Teufel könne es dagegen fast schon heißen: entweder die Teufel oder die Insel, kommentierte ein Vertreter der Tasmanian Conservation Trusts. Seinen Namen verdankt der Tasmanische Teufel seiner Wildheit, seinem schwarzen Fell und den bei Aufregung rot leuchtenden Ohren.

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