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Peking/München

Wachstumsgarant China klopft Autobauern auf die Finger

Die Verkaufszahlen gehen weiter hoch – aber die Preise müssen runter: Neben Audi und Daimler senkt auch BMW auf dem weltgrößten Automarkt China die Preise für tausende Ersatzteile.

Audi-Showroom
Audi-Showroom in Peking: Die Luxushersteller geraten unter Druck.
Foto: Rolex Dela Pena – DPA

Nach den Ermittlungen der chinesischen Kartellbehörden bieten die Münchner mehr als 2000 weitere Komponenten wie Generatoren oder Batterien im Schnitt um 20 Prozent günstiger an, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Entwicklungs- und Reformkommission NDRC knöpft sich derzeit die Preispolitik ausländischer Autobauer vor und kündigte am Mittwoch Strafen gegen Audi und Chrysler wegen «monopolistischen Verhaltens» an.

Die Volkswagen-Tochter hatte schon im Juli angekündigt, Preise für Ersatzteile ab August um mehr als ein Drittel zu senken. Auch BMW ging bei mehr als 3300 Komponenten bereits um durchschnittlich 15 Prozent nach unten – manche Ersatzteile wurden sogar um die Hälfte billiger. Auch für einige Neuwagen hätten die Münchner die Preise gesenkt, bei der 6er-Reihe etwa um bis zu 6,6 Prozent. Das Unternehmen habe die Untersuchungen NDRC «aktiv begleitet», teilte BMW mit.

Beim Rivalen Daimler durchsuchten NDRC-Ermittler am Montag bereits eine Filiale in Shanghai und stellten nicht näher genannte Beweise sicher. Da hatten die Stuttgarter bereits Preisnachlässe auf Ersatzteile in China angekündigt. Rund 10 000 Teile von Mercedes-Benz sollen ab September im Schnitt 15 Prozent günstiger sein.

In China spielt das Ersatzteilgeschäft für die deutschen Hersteller noch nicht die ganz große Rolle. Weil die Verkaufszahlen erst in den vergangenen Jahren in die Höhe schossen, ist die Zahl der Oberklasseautos auf den Straßen bislang noch kleiner als in Europa oder den USA. Außerdem dürften diese Neuwagen vergleichsweise selten in der Werkstatt stehen. Trotzdem schlagen Preissenkungen in dem margenstarken Servicegeschäft automatisch auf den Gewinn durch.

Bei dem nach wie vor horrenden Absatzwachstum dürfte das Servicegeschäft schnell an Bedeutung gewinnen. Im Juli wurden in China nach Zahlen des chinesischen Branchenverbands CAAM vom Freitag 1,36 Millionen Neuwagen verkauft – knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Januar liegt der Zuwachs bei 11 Prozent auf fast 11 Millionen Autos.

Die deutschen Autobauer wachsen sogar noch eine ganze Ecke schneller als der Markt: Audi legte dieses Jahr bislang um gut 17 Prozent zu, BMW verkaufte 22 Prozent mehr Neuwagen und Daimler steigerte seinen Absatz sogar mehr als 31 Prozent. Allerdings liegen die Stuttgarter noch deutlich hinter den beiden bayerischen Rivalen.

Volkswagen Pkw hat noch keine Zahlen für den Juli mitgeteilt. Nach sechs Monaten lag die Kernmarke der Wolfsburger knapp 19 Prozent besser als vor einem Jahr – der Konzernabsatz wuchs in China um fast 18 Prozent.

Wirtschaft
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