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    VW-Betriebsratschef: Auslastung der deutschen Werke sichern

    Viele befürchten es: Der Wandel hin zur E-Mobilität bringt Einschnitte auch bei den Mitarbeitern. VW-Betriebsratschef Osterloh will das nicht hinnehmen - er fordert, die deutschen Werke auszulasten. Und er hat auch eine gute Nachricht.

    Bernd Osterloh
    Bernd Osterloh im April 2016 bei einer Pressekonferenz im Volkswagenwerk in Wolfsburg.
    Foto: Julian Stratenschulte - dpa

    Wolfsburg (dpa). Inmitten des Wandels hin zu Elektromobilität und autonomem Fahren hat der Volkswagen-Betriebsrat gefordert, die Auslastung der deutschen Werke zu sichern. Die nächsten Jahren bedeuteten für die deutschen Werke große Herausforderungen.

    Daher sei die Planungsrunde für die weltweite Verteilung der Produkte und Investitionen besonders wichtig, betonte der Betriebsratschef Bernd Osterloh am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung vor rund 14.000 Beschäftigten. Osterloh betonte: „Wir werden dieser Planungsrunde nur zustimmen, wenn dadurch die Auslastung unserer Werke nachhaltig gesichert wird.“

    Für das Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg hatte Osterloh gute Nachrichten: Dort sollten 40.000 zusätzliche Autos vom Typ Tiguan gebaut werden. „Das ist gut, denn es sichert Arbeitsplätze“, sagte er.

    Die Auslastung der Werke sei auch die Grundlage für die Erfüllung des „Zukunftspakts“. Dieser Pakt war wegen der lange als renditeschwach geltenden Volkswagen-Kernmarke vereinbart worden - der Pakt sieht unter anderem den Wegfall von weltweit bis zu 30.000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen vor. Bei den finanziellen Zielen seien Verbesserungen von 1,5 Milliarden Euro bereits eingefahren, das Ziel von zwei Milliarden Euro „so gut wie sicher erreicht“. 8200 Beschäftigte hätten Verträge zur Altersteilzeit unterschrieben.

    Osterloh räumte ein, die Elektromobilität werde zu Produktivitätsfortschritten führen: „Wir sagen daher: E-Mobilität ja, aber die Wertschöpfung muss hochgradig auch am Standort Deutschland stattfinden.“ Unverständlich sei, dass es keine Batteriezellfertigung im Lande gebe, hier forderte er die Unterstützung der Politik ein. Im Werk Salzgitter baut die Kernmarke VW eine erste Pilotfertigung für Batteriezellen auf.

    Gleichzeitig mahnte der Betriebsratschef, die Belegschaft wolle mehr Sachlichkeit in der Debatte um den künftigen Kurs der Branche. Rund 73.000 Unterschriften seien bei einer entsprechenden Aktion bereits zusammengekommen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben Halbwahrheiten und ideologische Grabenkämpfe satt. Mit ihren Unterschriften setzen sie ein starkes Zeichen dagegen“, sagte er. Der Wandel bedeute eine extreme Herausforderung für die Beschäftigten.

    Osterloh verteidigte auch den im VW-Abgasskandal in Misskredit geratenen Diesel und die konventionellen Antriebe: „Es wird gerne vergessen: Mit ihnen verdienen wir das Geld, das wir für den Hochlauf der noch verlustbringenden E-Mobilität brauchen.“ Der Dieselmotor werde weiter eine große Rolle spielen. Das bestätigte Volkswagen-Personalvorstand Karlheinz Blessing, der betonte, der CO2-arme Diesel sei wichtig, um die Klimaziele zu erreichen. Auch hingen rund 20 Prozent der 800.000 Automobil-Arbeitsplätze in Deutschland am Diesel: „Wir kämpfen um sie.“

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