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    US-Staatsanwälte nehmen Libor-Banken in die Zange

    New York/Frankfurt (dpa) - Die US-Behörden verschärfen ihre Gangart in der Libor-Affäre um manipulierte Referenzzinssätze.

    Deutsche Bank
    Libor-Affäre: Zu den Geldhäusern, die von Generalstaatsanwälten in den USA Post bekommen haben, gehört den Medienberichten zufolge auch die Deutsche Bank.
    Foto: Boris Rössler - DPA

    Insgesamt sieben internationale Großbanken haben nach Informationen von US-Medien in den vergangenen Wochen und Monaten sogenannte Subpoenas von den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten New York und Connecticut erhalten. Dazu gehört demnach auch die Deutsche Bank. Subpoenas sind Auskunftsbegehren, die in der Regel schriftlich zu beantworten sind.

    Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich am Donnerstag nicht weiter dazu äußern und verwies auf den jüngsten Geschäftsbericht. Hier hatte die Bank offengelegt, dass sie «von Aufsichts- und Regulierungsbehörden ... verschiedene förmliche Auskunftsersuchen» erhalten habe. Namentlich erwähnte die Bank die britische Finanzaufsicht, das US-Justizministerium, die US-Marktaufsicht CFTC sowie die Europäische Kommission.

    Auch US-Branchenprimus JPMorgan Chase, die britischen Institute Royal Bank of Scotland, Barclays und HSBC sowie die Schweizer UBS sollen Post von der Staatsanwaltschaft bekommen haben. Die amerikanische Citigroup hatte in ihrem Geschäftsbericht bereits erklärt, dass sich die Generalstaatsanwälte von New York und Connecticut mit Anfragen an die Bank gewandt hätten.

    Die Behörden aus den beiden benachbarten US-Bundesstaaten hatten ihre Libor-Ermittlungen gebündelt. New York City mit seiner Wall Street gilt als Weltfinanzzentrum. Auch die Deutsche Bank betreibt von hier aus einen Teil ihrer Geschäfte. Im nahen Connecticut wiederum besitzen Banken große Außenstellen wie Handelssäle; hier haben auch zahlreiche Hedge-Fonds ihre Zentralen.

    Hintergrund der Ermittlungen ist der Verdacht, dass sich Händler verschiedener Institute jahrelang bei Referenzzinssätzen wie dem Libor oder Euribor abgesprochen haben. Diese Zinssätze werden auf der Grundlage von Meldungen der Banken errechnet und geben an, zu welchen Konditionen sich die Häuser untereinander Geld leihen. Ihre Bedeutung geht aber weit darüber hinaus: Sie dienen als Richtschnur für Kredite an Firmen oder Privatkunden und beeinflussen sogar Sparzinsen.

    Barclays musste an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie an das US-Justizministerium bereits 290 Millionen Pfund zahlen (370 Mio Euro). Händler hatten in den Jahren 2005 bis 2009 bewusst zu niedrige Zinssätze gemeldet. Die Affäre hatte Bankchef Bob Diamond den Job gekostet und die Ermittlungen gegen andere Banken angeheizt.

    In die Ermittlungen haben sich Behörden rund um den Globus eingeschaltet. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat eine Sonderprüfung eingeleitet. Allerdings erwartet sie angesichts der Fülle der auszuwertenden E-Mails, Datensätze und Dokumente keine schnellen Ergebnisse. Die Generalstaatsanwaltschaften von New York und Connecticut wollten die Medienberichte über ihre Arbeit nicht weiter kommentieren.

    Bloomberg-Bericht

    NYT-Bericht

    FT-Bericht

    CNBC-Bericht

    Quartalsbericht Citigroup, S. 220

    Quartalsbericht Deutsche Bank, S. 80

    Wirtschaft
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