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    Washington

    US-Notenbank öffnet wohl wieder Geldschleusen

    Konjunkturschub per Notenpresse: Angesichts des kraftlosen US-Aufschwungs haben Märkte und Analysten am Mittwoch eine neue Runde geldpolitischer Lockerung von der US-Notenbank erwartet.

    US-Notenbank
    Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Washington.

    Es wurde damit gerechnet, dass die Federal Reserve (Fed) zunächst für etwa 500 Milliarden Dollar über sechs Monate verteilt Staatsanleihen kauft. Ziel des Manövers ist, Kreditzinsen zu senken, um auf diese Weise die Nachfrage von Bürgern und Unternehmen anzukurbeln. Nach einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde gegen 19.15 Uhr MEZ eine Mitteilung der Zentralbank erwartet.

    Der neuerliche Einsatz der sogenannten Quantitativen Lockerung war in den vergangenen Wochen angesichts enttäuschender Konjunkturdaten immer wahrscheinlicher geworden. So war die größte Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal aufs Jahr gerechnet nur um 2 Prozent gewachsen, in den drei Monaten zuvor lediglich um 1,7 Prozent. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 9,6 Prozent. Auch die Fed rechnet erst mit einer allmählichen Besserung der Lage.

    Die Quantitative Lockerung ist umstritten. Kritiker befürchten langfristig eine übermäßige Inflation und die Saat neuer Preisblasen. Andere bezweifeln, dass eine Quantitative Lockerung die Konjunktur wirksam ankurbelt. Die Fed hatte bereits im Kampf gegen die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise für rund 1,7 Billionen Dollar Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Papiere gekauft. Diese Programm war erst im März dieses Jahres ausgelaufen.

    «Die Verbraucherausgaben oder die Investitionen der Firmen werden dadurch nicht besondern stimuliert werden», meint Analyst Marco Annunziata von Uni-Credit. «Die Konsumenten in den USA arbeiten noch immer ihren jahrelangen Kreditexzess ab, und zusätzliche Liquidität wird sie nicht dazu verleiten, mehr Geld auszugeben», sagte er nach Angaben des «Wall Street Journal». Auch der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, hatte gewarnt, man solle sich von dem Manöver nicht zu viel versprechen.

    Manche Analysten rechnen auch damit, dass die erwarteten Käufe für 500 Milliarden Dollar nur ein Anfang sein könnten. Nach Berechnungen von Goldman Sachs könnte die Fed am Ende 2 Billionen Dollar Anleihen erwerben, um den gewünschten Konjunktureffekt zu erzielen.

    Allein die Erwartung bewegte allerdings massiv die Märkte. Seit Fed-Chef Ben Bernanke die Idee Ende August in die Debatte warf, legte der US-Leitindex Dow Jones um mehr als zehn Prozent zu, Rohstoffpreise zogen an, der Dollar verlor gegenüber dem Euro ebenfalls um zehn Prozent - gut für US-Exporte. Allerdings erheben Kritiker den Vorwurf, die USA seien «unredlich», wenn sie anderen Ländern eine künstliche Verbilligung ihrer Währung vorwerfen.

    Es galt inzwischen als sicher, dass die Zentralbank am Mittwoch auch ihren Leitzins unverändert auf dem historischen Tiefstand von knapp über 0,0 Prozent belässt. Die Federal Reserve hatte damit Ende 2008 auf die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise reagiert. Experten rechnen damit, dass der Zins frühestens im Laufe des nächsten Jahres angehoben wird, womöglich auch erst 2012.

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