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    Washington

    US-Budgetstreit beherrscht IWF-Tagung: Lagarde hofft auf Lösung

    Beim Jahrestreffen des IWF und der Weltbank stehen die Europäer ausnahmsweise mal nicht im Fokus. Der US-Etatstreit und die künftige Geldpolitik der Amerikaner beherrschen die Debatten. Die Sorge vor einer neuen Krise ist groß.

    Christine Lagarde
    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.
    Foto: Michael Reynolds - DPA

    Die Chefin des Internationale Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, pocht auf ein baldiges Endes des US-Haushaltsstreits. «Ich hoffe, dass wir in einigen Wochen sagen können: Was war das für eine unnötige Zeitverschwendung», sagte Lagarde am Donnerstag in Washington vor Beginn der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Zugleich rief sie die US-Notenbank zu einem behutsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik auf, um Turbulenzen auf den globalen Finanzmärkten zu vermeiden. In der Eurozone sieht sie Fortschritte.

    Laut der Industriestaatenorganisation OECD setzen die USA mit ihrem Budgetstreit die gesamte Weltwirtschaft dem Risiko einer erneuten Rezession aus. Das komme zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Erholung in den Industrieländern ohnehin auf wackeligen Beinen stehe und viele aufstrebende Ökonomien vor Problemen stünden, warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurria in einer Mitteilung in Paris. Dem US-Finanzministerium zufolge droht der größten Volkswirtschaft der Welt erstmals in der Geschichte die Zahlungsunfähigkeit, sollte das Kreditlimit nicht bis zum 17. Oktober angehoben werden.

    Hinsichtlich der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) forderte Lagarde Augenmaß bei dem bevorstehenden «Tapering», also dem Herunterfahren der massiven Anleihekäufe. Es müsse «so gut kommuniziert wie möglich» werden und in so kleinen Schritten erfolgen, dass Turbulenzen auf den Märkten verhindert würden. Die Fed müsse dabei im Blick haben, dass ihre Maßnahmen auf die gesamte Weltwirtschaft und nicht nur auf die US-Konjunktur ausstrahlen könnten. Die Entwicklungs- und Schwellenländer sollten sich ihrerseits auf den Abfluss von Investitionskapital einstellen.

    Verhalten positiv äußerte sich Lagarde über die Fortschritte in der Eurozone. Das Ende der Rezession sei positiv, aber der Aufschwung sei noch langsam und unausgewogenen. Lagarde forderte die Euroländer auf, die Pläne für eine Bankenunion voranzutreiben und Hürden auf dem Arbeitsmarkt abzubauen.

    Die Weltbank machte die Bekämpfung der Kinderarmut zu ihrem Hauptanliegen. Einer neuen Studie zufolge litten 400 Millionen Kinder unter «entsetzlichen Zuständen», sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Er sprach von einer großen und dringenden Herausforderung.

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