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    Genf

    UN-Studie: Schwellenländer holen auf, aber auch mehr Migration

    Die Schwellen- und Entwicklungsländer holen wirtschaftlich auf und ermöglichen mehr Menschen den Aufstieg in die Mittelschicht.

    Migranten
    Migranten aus Burma arbeiten auf einem thailändischen Fischmarkt:
    Foto: epa Narong Sangnak/Archiv - DPA

    Zugleich aber zieht es laut einer am Dienstag veröffentlichten UN-Studie immer mehr Menschen aus diesen Regionen in die Industrieländer, wo sie auf bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen hoffen. Weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen sind den Angaben zufolge ohne regulären Arbeitsvertrag und soziale Absicherung beschäftigt.

    Dabei bleibe die Zahl der Arbeitenden, die weniger als 2 Dollar (1,47 Euro) am Tag zur Verfügung haben, mit 839 Millionen zwar erschreckend hoch, sagte der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder, in Genf.

    Dies entspreche aber nur noch einem Drittel aller Beschäftigten gegenüber 64 Prozent vor 20 Jahren. «Der Mittelstand entwickelt sich, und die Zahl der armen Arbeitnehmenden geht zurück», berichtete Ryder.

    Als hoffnungsvollen Trend wertet der Weltarbeitsmarktbericht 2014 der ILO auch, dass sich die Annäherung der Schwellenländer an die Industriestaaten seit der Finanzkrise im Jahr 2008 beschleunigt habe. So sei zwischen 1980 und 2011 das Pro-Kopf-Einkommen in den Entwicklungsländern durchschnittlich um 3,3 Prozent gewachsen. In den Industriestaaten habe die Zunahme 1,8 Prozent betragen.

    Gleichzeitig sei aber auch die Zahl der Migranten weltweit gestiegen. Ende 2013 lebten laut ILO rund 231 Millionen Menschen in Ländern, die nicht ihre Geburtsländer sind. Die Zahl der Migranten wuchs demnach seit dem Jahr 2000 um 57 Millionen. 51 Prozent dieser Menschen leben in der EU und anderen entwickelten Ländern.

    Als wesentlichen Grund für die anhaltende Migration aus armen Ländern nennt der ILO-Bericht das starke Einkommensgefälle. Für dieselbe Arbeit verdienten Menschen in Entwicklungsländern oft nur ein Zehntel dessen, was in Industriestaaten bezahlt wird. Besonders hoch sei der Wunsch nach Auswanderung in Südasien und Afrika südlich der Sahara. Hier gaben laut einer ILO-Umfrage 30 Prozent der Jugendlichen an, sie wollten auf der Suche nach Arbeit für immer in andere Länder ziehen.

    Allerdings habe sich die Zuwachsrate der Migration in Richtung der Industrieländer verlangsamt, was die ILO als Folge der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise wertet. Dafür seien mehr Menschen aus armen Regionen auf Arbeitsuche in den Nahen Osten gegangen.

    Ungeachtet positiver Entwicklungen stehen die Arbeitsmärkte weltweit vor enormen Herausforderungen: In den nächsten fünf Jahren werden laut ILO zusätzlich 213 Millionen Menschen Jobs suchen - davon allein 200 Millionen in den Entwicklungsländern.

    Um den Ansturm bewältigen zu können, müssten nicht allein Arbeitsplätze geschaffen werden. Wichtig sei, dass Regierungen und Wirtschaft in diesen Staaten die Schaffung von qualitativ höherwertigen und besser bezahlten Jobs unterstützen. Dies fördere das Wachstum der Mittelschicht, die wiederum ihrerseits durch steigende Kaufkraft und Nachfrage mehr Beschäftigung ermögliche.

    Wirtschaft
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