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    Berlin

    Umfrage: Deutsche kaufen und sparen zugleich

    Die Schuldenkrise hat die Deutschen bislang kaum verunsichert. Sie konsumieren fast unverändert und legen zugleich ordentliche Teilbeträge ihres Einkommens auf die hohe Kante, wie aus dem am Dienstag vorgelegten Vermögensbarometer der Sparkassen hervorgeht.

    Euro
    Die Bundesbürger bleiben in der Schuldenkrise erstaunlich gelassen. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie zur Vermögensplanung und zum Kaufverhalten hin.
    Foto: DPA

    Für die jährliche Untersuchung wurden im Juli und August im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) rund 2000 Bürger ab 14 Jahren befragt. 50 Prozent der Befragten bewerteten ihre eigene finanzielle Situation als sehr gut oder gut, sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis mit Blick auf die Studie. Das seien mehr als in den vergangenen sechs Jahren.

    Dementsprechend sei die Konsumbereitschaft nach wie vor hoch: Zwei Drittel der Befragten veränderten ihr Konsumverhalten in den vergangenen zwölf Monaten nicht und wollten dies auch in Zukunft nicht tun. Neun Prozent hätten im zurückliegenden Jahr mehr ausgegeben, zehn Prozent wollten dies tun. 24 Prozent wollten weniger konsumieren. Alle Werte sind seit zwei Jahren nahezu stabil.

    Weil das verfügbare Einkommen der meisten gestiegen ist, geht die Konsumneigung nicht zulasten der Ersparnisse. Im Gegenteil: Die Sparquote stieg 2010 im Vergleich zu 2009 um 0,3 Punkte auf 11,4 Prozent. Im vorigen Jahr seien gut 186 Milliarden Euro Vermögen in Deutschland neu gebildet worden, 9,4 Milliarden mehr als 2009, berichtete Haasis.

    «Damit verhalten sich die privaten Bürger sehr intelligent und verantwortungsbewusst. Sie haben eine sehr gesunde Balance zwischen finanziellen Rücklagen und Konsum gefunden», sagte Haasis. Die hoch verschuldeten Euro-Länder sollten sich daran ein Beispiel nehmen.

    Der wichtigste Aspekt bei der Vermögensplanung ist die Sicherheit der Anlage. Dieses Kriterium nannten 96 Prozent der Befragten als «wichtig», gefolgt von der Verfügbarkeit des Geldes (88 Prozent) und der Erfahrung mit dem Produkt (86 Prozent).

    Die selbst genutzte Immobilie (44 Prozent) wird laut Umfrage als das Produkt angesehen, das sich am besten für die Vermögensaufbau eignet. Fast gleichauf liegen dahinter die Lebensversicherung (28 Prozent), die betriebliche Altersversorgung, der Bausparvertrag und das Sparbuch (je 27 Prozent). Vor allem die Lebensversicherung, deren Garantiezins seit Jahren sinkt, hat an Ansehen verloren. Vor einem Jahr hielten noch 46 Prozent sie für die beste Anlageform.

    DSGV-Mitteilung

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