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New York

Tommy Hilfiger schlüpft bei Calvin Klein unter

dpa

Zwei der bekanntesten Modemarken der Welt kommen zusammen: Tommy Hilfiger und Calvin Klein. Das ungleiche Duo schickt sich an, die Branche aufzurollen. «Die Kombination wird eines der größten und mächtigsten Bekleidungsunternehmen der Welt schaffen», sagte Emanuel Chirico am Montag.

Tommy Hilfiger
Im fusionierten Unternehmen bleibt Designer Tommy Hilfiger an Bord.

Der Chef des US-Modekonzerns Phillips Van Heusen, zu dem Calvin Klein gehört, lässt sich die Übernahme von Tommy Hilfiger rund 3,0 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro) kosten. Tommy Hilfiger stehe für «cooles amerikanisches Design», schwärmte der Modeboss, Calvin Klein für «zeitgenössisch-moderne» Kleidung. Tommy Hilfiger ist vor allem in Europa beliebt, Calvin Klein hat den Großteil seiner Fans in den USA. Zusammen kommen die beiden Marken auf einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar. In der zersplitterten Modewelt ist das eine gewaltige Summe.

Verkäufer ist der britische Finanzinvestor Apax Partners, der mit dem Geschäft einen guten Schnitt macht. Er hatte Tommy Hilfiger vor gut vier Jahren für etwa die Hälfte des jetzt aufgerufenen Preises übernommen. Apax musste die abgewirtschaftete Marke aber mit viel Mühe auf Vordermann bringen, wie sich Partner Christian Nähter erinnert: «Im Jahr 2006 war das Unternehmen in den USA in schlechter Verfassung, und die Marke Tommy Hilfiger hatte ihre eindeutige Positionierung verloren.»

Die Rapperszene hatte die Marke in den 1990er Jahren groß gemacht und sie später fallen lassen. Mit dieser Vorgeschichte war Kleidung aus dem Hause Hilfiger für die Masse der Amerikaner untragbar. Apax machte angesichts dessen einen radikalen Schnitt: Der Finanzinvestor verlegte den Hauptsitz der Modefirma nach Amsterdam und baute die Marke im höherpreisigen Segment in Europa neu auf. Heute verkaufen wieder mehr als 1000 Läden weltweit die Kleidung mit dem blau-weiß- roten Logo. Hilfiger macht Gewinn.

Für Phillips Van Heusen ist der Zukauf dennoch nicht ohne Risiko, Hilfiger ist ein schwerer Brocken. Der Konzern verdoppelt mit dem Zukauf sein Geschäft auf einen Schlag. Um die Übernahme stemmen zu können, muss sich Phillips Van Heusen hoch verschulden. Und das mitten in der Wirtschaftskrise.

Vielleicht wäre der Verkauf unter diesen Vorzeichen gar nicht zustande gekommen, wenn sich Phillips Van Heusen und Apax nicht so gut kennen würden: Der Finanzinvestor hatte der Modefirma bereits die Übernahme von Calvin Klein im Jahr 2002 ermöglicht. Damals gab Apax das nötige Geld und wurde im Gegenzug für eine Weile Mehrheitseigner. Jetzt steigt Apax wieder bei den Amerikanern ein: Ein kleiner Teil des Kaufpreises fließt in Aktien.

Bis zum Herbst soll die Übernahme über die Bühne gehen. Für die Kunden und die meisten Mitarbeiter ändert sich erst einmal gar nichts: Die Marken bleiben eigenständig. Dafür bürgt nicht zuletzt Chefdesigner und Namensgeber Tommy Hilfiger selbst: «Ich beteilige mich weiter aktiv am Geschäft», versprach er.

Wirtschaft
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