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    Frankfurt/Main

    Sparkassen mit Plus – Griff nach DekaBank?

    Die Sparkassen in Deutschland dringen auf eine Neuordnung der Landesbanken. Die Institute, die zu einem Großteil den Sparkassen gehören, müssten sich «künftig stärker auf Geschäfte mit realwirtschaftlicher Grundlage konzentrieren und weniger auf reine internationale Finanzgeschäfte».

    Heinrich Haasis
    Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

    Dazu mahnte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Mittwoch in Frankfurt. Notwendig seien schlankere Geschäftsmodelle und weniger Risiko. Etliche Landesbanken hatten sich in der Finanzkrise verzockt und waren in Existenznot geraten.

    Bei ihrem zentralen Fondsdienstleister Dekabank stehen die Sparkassen nach Informationen des «Manager Magazins» (Erscheinungstag 19.3.) kurz vor der Übernahme der Mehrheit. Die Landesbanken, die wie die Sparkassen 50 Prozent der Deka halten, planten eine Absenkung ihres Anteils auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie.

    Die Übernahme der Deka-Mehrheit durch die Sparkassen wird erwartet, seit der neue Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Hans-Jörg Vetter, angekündigt hatte, den Dekabank-Anteil seines Instituts von knapp 15 Prozent deutlich zurückfahren zu wollen.

    «Darüber befinden wir uns in Gesprächen», sagte Haasis. «Wenn da Anteile frei werden, gibt es das Bestreben, die Anteile auf jeden Fall in der Gruppe zu halten.» Nach Informationen des Magazins wollen auch WestLB und NordLB ihren Anteil verringern. Wenn andere Landesbanken die LBBW-Ankündigung zum Anlass nähmen, «ihre Beteiligung an der Deka auch zu überdenken, muss man sehen, wie man das in diese Gespräche einbezieht», sagte Haasis. Er betonte, es gebe keinen Zeitdruck: «Es gibt keinen Zwang, Beteiligungsverhältnisse zu ändern.»

    Die 431 (Vorjahr: 438) Sparkassen verbuchten im vergangenen Jahr sowohl bei Kundeneinlagen als auch bei Krediten Zuwächse. Die Einlagen legten zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 751,9 Milliarden Euro zu, bei den Krediten gab es ein Plus von 1,8 Prozent auf 642,6 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn der Institute erhöhte sich auf insgesamt 4,6 (1,9) Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 2,3 (revidiert 0,9) Milliarden Euro Überschuss.

    Verbandspräsident Haasis versprach, die Sparkassen, denen vereinzelt auch Fehlberatung vorgeworfen worden war, würden sich bei der Kundenberatung noch mehr anstrengen. Einige der Institute hatten Privatkunden zum Beispiel riskante Papiere der inzwischen insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers verkauft.

    Die Transparenz will der Verband auch am Geldautomaten erhöhen: «Wir schlagen vor, die intransparenten Interbankengelder abzuschaffen und die tatsächlichen Preise einer Bargeldabhebung direkt am Geldautomaten auszuweisen», erklärte Haasis.

    Insgesamt hat die Branche nach Ansicht von Haasis noch zu wenig aus der Krise gelernt: «Die Ursachen der Finanzkrise sind bisher nicht beseitigt. Eine solche Krise könnte sich jederzeit wiederholen.» Haasis wehrte sich jedoch erneut gegen Ideen, die gesamte Kreditwirtschaft mit einer Sonderabgabe in Haftung zu nehmen.

    Bilanz 2009: http://dpaq.de/b7nRM

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