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    London/Derby

    Siemens-Deal kostet Jobs bei Bombardier

    Nach dem Sieg von Siemens im Rennen um einen Großauftrag für den Bau neuer Züge in Großbritannien will der Konkurrenz-Konzern Bombardier mehr als 1400 Stellen im Königreich streichen.

    Bombardier
    Bombardier-Produktion im ostsächsischen Görlitz. Hier beschäftigt die kanadische Firma etwa 1200 Mitarbeiter.
    Foto: DPA

    Da die britische Regierung den lukrativen Auftrag für den Bau neuer Waggons an Siemens und nicht an den Bombardier-Standort im englischen Derby vergeben werde, seien die Stellenstreichungen notwendig, teilte Bombardier am Dienstag mit. In der Fabrik des kanadischen Konzerns in Derby arbeiten 3000 Menschen.

    «Der Verlust des Thameslink-Vertrages hat uns zu einer Überprüfung aller unserer Aktivitäten in ganz Großbritannien gezwungen», sagte der Chef von Bombardier Transportation im Vereinigten Königreich, Colin Walton.

    Das britische Verkehrsministerium hatte sich im Juni für den Münchner Elektrokonzern Siemens als bevorzugten Bieter («preferred bidder») für die Modernisierung der sogenannten Thameslink-Strecke entschieden. Diese führt von Bedford über London nach Brighton. Die Briten wollen insgesamt rund 7 Milliarden Euro in die 1988 eröffnete Strecke, in 50 Bahnhöfe und in neue Regionalzüge investieren. Geplant sind 1200 neuen Wagen.

    Die für den Zugverkehr zuständige Staatssekretärin Theresa Villiers hatte im Juni gesagt, Siemens biete «das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die Steuerzahler».

    Britische Gewerkschaften kritisierten die Entscheidung für Siemens am Dienstag erneut. Es sei ein Skandal, dass die Regierung einen solchen Auftrag nicht an ein Unternehmen mit Sitz in Großbritannien vergebe, sagte Bob Grow von der Verkehrsgewerkschaft RMT.

    Der britische Transportminister Philip Hammond betonte in einem Interview mit dem Sender BBC, die Stellenstreichungen seien keinesfalls alle darauf zurückzuführen, dass Bombardier vom Thameslink-Projekt ausgeschlossen worden sei. Das Unternehmen habe gewusst, dass auch andere seiner Aufträge im Herbst auslaufen würden und habe Stellenstreichungen bereits vorher angekündigt.

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