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Essen

Schlappe für Evonik-Eigner: Börsengang fällt flach

dpa

Die Eigner des Chemiekonzerns Evonik lassen den milliardenschweren Börsengang des Konzerns wegen zu niedriger Gebote der Investoren platzen.

Evonik
Der Haupteigner des Essener Chemiekonzerns Evonik vertagt wegen der nervösen Märkte den geplanten Börsengang.
Foto: Caroline Seidel – DPA

Das hat das Kuratorium des Haupteigentümers RAG-Stiftung (74,99 Prozent der Anteile) im Einvernehmen mit dem Minderheitseigentümer CVC Capital Partners am Montag entschieden. Investoren hätten wegen der unsicheren Lage der Euro-Zone Abschläge von 25 Prozent oder mehr verlangt, sagte Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking der Nachrichtenagentur dpa. «Ein Viertel des Wertes – das war nicht drin.»

Mit einem neuen Anlauf für den Börsengang will die RAG-Stiftung mindestens eineinhalb Jahre warten. «Vor Herbst nächsten Jahres – September, Oktober 2013 – ist nicht an einen Börsengang zu denken», sagte Bonse-Geuking der «Financial Times Deutschland» (Dienstagsausgabe). Voraussetzung sei aber, dass dann das Vertrauen der Investoren in die Euro-Zone zurückgekehrt sei.

Die Evonik-Eigentümer und die beauftragten Banken hatten Gespräche mit bis zu 2000 Investoren geführt. In der vergangenen Woche seien in einem konzentrierten Durchgang noch einmal 60 große Investoren angesprochen worden – die erzielbaren Erlöse hätten aber einfach nicht ausgereicht. «Es wäre ein Schnäppchenpreis gewesen, aber der Preis war für uns einfach zu niedrig», sagte Bonse-Geuking.

Als Bewertungsziel für Evonik hatten die Eigentümer nach unbestätigten Berichten 15 Milliarden Euro angestrebt. Dieser Wert sei klar verfehlt worden, hieß es. Die Erlöse des Evonik-Börsengangs sollen im wesentlichen zur Abdeckung der sogenannten Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohle-Bergbaus genutzt werden, wenn Ende 2018 die Förderung in Deutschland beendet wird. Dazu zählt das dauerhafte Abpumpen von Wasser in den ehemaligen Abbaugebieten.

Die dafür erforderliche Summe von rund 220 Millionen Euro im Jahr könne die Stiftung bequem über ihre Dividenden-Einnahmen von Evonik – rund 300 Millionen Euro jährlich – abdecken, sagte Bonse-Geuking. Hinzu kämen die Kapitalerträge aus rund 1,6 Milliarden Euro Vermögen. «Wir haben eine mehr als hinreichende Liquidität und überhaupt keinen Zeitdruck.»

Der Börsengang war vor der Entscheidung vom Montag bereits zweimal ausgesetzt worden – zuletzt im Herbst vergangenen Jahres. Bonse-Geuking verteidigte die Entscheidung vom März 2012, die Vorbereitungen dennoch wieder aufzunehmen. Gründe seien der gute Geschäftsausblick des Unternehmens und die unerwartet positive Entwicklung der Kapitalmärkte gewesen. Die Stiftung ist laut ihrer Satzung verpflichtet, den Börsengang anzustreben. Damit sollen die Einkünfte breiter gestreut werden.

Wirtschaft
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