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    RWE verschärft sein Sparprogramm

    Deutschlands zweitgrößter Versorger RWE verschärft sein Sparprogramm. Konzernweit sollen rund 2400 Stellen zusätzlich zu dem bereits geplanten Abbau von 8000 Arbeitsplätzen gestrichen oder ausgelagert werden.

    RWE
    Der neue RWE-Chef setzt den Rotstift an und streicht Personal - obwohl der Versorger nach dem Krisenjahr 2011 wieder etwas besser dasteht.
    Foto: Martin Gerten - DPA

    Zwar konnte der neue Vorstandsvorsitzende Peter Terium am Dienstag nach dem Energiewendejahr 2011 erste Verbesserungen im operativen Geschäft vermelden. Dennoch machte er deutlich, dass aufgrund eines zunehmenden Wettbewerbs im Strom- und Gasvertrieb und sinkender Margen in der Stromerzeugung harte Einschnitte nötig seien. «RWE wird künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen», sagte Terium.

    Mit der Ankündigung des neuen Sparprogramms unter dem Namen «RWE 2015» konkretisierten sich am Dienstag Spekulationen der vergangenen Wochen über den Kurs des neuen Konzernchefs. Dieser will künftig Funktionen bündeln, etwa im Personal- und Rechnungswesen. Dazu prüft RWE unter dem eigenen Dach Verlagerungen ins Ausland sowie die Auslagerung von Funkionen an andere Unternehmen.

    RWE gründet zudem eine neue Sparte. Darin wird das Erzeugungsgeschäft mit sämtlichen Kohle- und Gaskraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden gebündelt. Die Sparte soll als Europäische Gesellschaft (Socieatas Europaea/SE) mit Sitz in Deutschland Anfang 2013 an den Start gehen. Vorsitzender wird Matthias Hartung, derzeit Geschäftsführer der Kraftwerksbausparte RWE Technology. Mit dem neuen Programm will RWE bis Ende 2014 eine weitere Milliarde Euro pro Jahr einsparen. Danach sollen die Kosten weiter runtergefahren werden, sagte Terium, wurde aber nicht konkret.

    Der neue Stellenabbau setzt sich aus dem Wegfall von Arbeitsplätzen sowie aus Verlagerungen und Auslagerungen zusammen. Den Mitarbeitern würden auf «ihre persönliche Lebenssituation abgestimmte Angebote» unterbreitet, kündigte Terium an, von Abfindungen bis hin zu Vorruhestandsregelungen. Forderungen der Arbeitnehmer nach einem langfristigen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen schob der RWE-Chef indirekt einen Riegel vor: «In Zeiten dynamischer Marktveränderungen ist Arbeitsplatzsicherheit in vielen Fällen nur durch mehr Flexibiliät zu erreichen.» Mitarbeiter sollten bereit sein, umzuziehen oder eine andere Arbeit zu tun.

    Die Gewerkschaft Verdi reagierte distanziert. «Wir sehen das Ganze nicht als sinnvoll an. Wir wollen den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der Ende 2012 ausläuft, bis 2023 verlängern. Den Abbau von 2400 Stellen lehnen wir ab», sagte eine Sprecherin in Berlin. Bei Auslagerungen ins Ausland erwartet die Gewerkschaft niedrigere Tariflöhne. Verdi-Vertreter und RWE-Aufsichtsratsmitglied Peter Lafos sagte zu dpa, er lege Wert darauf, dass der Rahmensozialplan weiter gelte. Damit wären dann auch die 2400 Mitarbeiter sowie vor allem auch durch künftige Meilerschließungen betroffene Beschäftigte geschützt.

    Im ersten Halbjahr konnte sich RWE zumindest operativ verbessern. Zwar belasten sinkende Stromgroßhandelspreise und weiterhin defizitäre Gaslieferverträge. Dank des Wegfalls von Einmaleffekten im Zusammenhang mit dem Atomausstieg stieg das betriebliche Ergebnis jedoch um 9 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte sogenannte nachhaltige Nettoergebnis ging minimal auf 1,7 Milliarden Euro zurück. RWE bestätigt seine Prognose, 2012 auf dem Niveau des Vorjahres abzuschließen. Vor einem Jahr 2011 war der bereinigte Gewinn um ein Drittel auf 2,5 Milliarden Euro gefallen.

    Positiv wirkte sich auf das Ergebnis die Einigung mit dem Gaslieferanten Statoil aus. RWE konnte langfristige Gasbezugsverträge mit den Norwegern auf eine neue Basis bringen. Bislang waren die Kontrakte strikt an den Ölpreis gekoppelt. RWE machte wie auch andere europäische Gasimporteure Verluste, weil die Preise auf den Spotmärkten deutlich niedriger waren. Mit zwei anderen großen Lieferanten aus den Niederlanden und Gazprom laufen die Verhandlungen noch. «Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um auch die letzten Preisrevisionen im Jahr 2013 abzuschließen», sagte Terium.

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