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    Jerusalem/Ulm

    Ratiopharm-Mutter Teva will 5000 Stellen streichen

    Der weltgrößte Generikahersteller Teva Pharmaceutical verschärft angesichts roter Zahlen sein Sparprogramm. Bis Ende 2014 will die Ratiopharm-Mutter 5000 Stellen streichen, wie Teva am Donnerstag in Jerusalem mitteilte. Das ist jeder zehnte Arbeitsplatz im Konzern. Zum israelischen Hersteller von Nachahmermedikamenten gehört auch das Ulmer Pharmaunternehmen Ratiopharm.

    Generika-Konzern Teva
    Zum Generika-Konzern Teva gehört auch das Ulmer Pharmaunternehmen Ratiopharm.
    Foto: Frank Rumpenhorst dpa

    Wie viele der 3200 Stellen in Deutschland dem Kahlschlag zum Oper fallen, stand am Donnerstag zunächst nicht fest. Es gebe noch keine Entscheidung über den Abbau in den einzelnen Geschäftsbereichen, sagte ein Firmensprecher.

    Teva hatte Ratiopharm im Frühjahr 2010 für 3,6 Milliarden Euro von der Unternehmerfamilie Merckle gekauft. Die deutsche Teva-Zentrale wurde damals aus dem sächsischen Radebeul nach Ulm verlegt. Dadurch fielen einige Stellen weg, es wurden aber auch neue Arbeitsplätze geschaffen.

    Zuletzt investierte Teva 30 Millionen Euro in eine Sterilfertigung am Standort Blaubeuren-Weiler, wo Nasenspray produziert wird. Wie hoch die Investitionen in Zukunft ausfallen, hänge von den Planungen im Rahmen des Sparprogramms ab, sagte der Sprecher.

    Die israelische Unternehmensführung will mit Hilfe des Sparprogramms die Kosten um eine Milliarde Dollar (rund 740 Mrd Euro) senken, bis 2017 sollen es zwei Milliarden sein. Die Mehrheit soll bei den Herstellungskosten eingespart werden, das Geld in vielversprechende Bereiche, unter anderem im Generika-Geschäft, reinvestiert werden. Zunächst kostet der Stellenabbau aber rund 1,1 Milliarden Dollar.

    Teva hatte zuletzt immer weniger verdient und war im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz wird in diesem Jahr nach der aktuellen Prognose des Unternehmens stagnieren.

    Die Generikabranche befindet sich in einem harten Konkurrenzkampf, der sich auch in Tevas Umsätzen niederschlägt. Das Geschäft mit den Nachahmerpräparaten, die fast 50 Prozent des Gesamtumsatzes von Teva ausmachen, war zuletzt um fast acht Prozent zurückgegangen.

    Mit den Einschnitten bereitet sich Teva aber auch auf den Patentablauf bei seinem wichtigsten Medikament vor, dem Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone. Vom nächsten Jahr an fällt der Schutz dafür weg, und Generikahersteller dürften es nachahmen. Schon jetzt sinken die Verkäufe für die zu spritzende Arznei wegen des Erfolgs von zu schluckenden Mitteln. Teva ist seit der Übernahme von Ratiopharm selbst der größte Hersteller von Nachahmerstoffen.

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