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    Opel investiert Millionen in Europa-Testzentrum

    Rodgau/Rüsselsheim (dpa) - Der kriselnde Autobauer Opel steckt 28,5 Millionen Euro in den Ausbau seines Europa-Testzentrums unweit des Stammwerkes Rüsselsheim.

    Opel
    Opel habe in den vergangenen zwölf Jahren 16 Milliarden Dollar (12,6 Mrd Euro) verbrannt, rechnen die Morgen-Stanley-Analysten vor.
    Foto: Martin Schutt - DPA

    Zehn Millionen davon sind gerade in Rodgau-Dudenhofen in die technische Runderneuerung der Hochgeschwindigkeits-Rundbahn geflossen.

    «Wir werden in den nächsten drei Jahren noch einmal 18,5 Millionen Euro investieren», sagte der neue Opel-Entwicklungsvorstand Michael Ableson am Donnerstag bei der offiziellen Wiedereröffnung der Bahn. Die 4,8 Kilometer lange Rundbahn ist das Herzstück des insgesamt 2,6 Quadratkilometer großen Geländes. Die Fahrbahn erhielt neue Test- und Sensortechnik.

    Das Testzentrum hat etwa 200 Mitarbeiter, davon 90 Testfahrer. Die Rundbahn existiert seit der Eröffnung der Anlage 1966, zuletzt war sie 1993 verbessert worden. Zu Dudenhofen - wo zu Spitzenzeiten täglich 40 000 Testkilometer gefahren wurden - gehört noch das kleinere Testzentrum Pferdsfeld bei Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz). Außerdem hat der Autobauer ein Winter-Testgelände in Nordschweden sowie jeweils ein Testzentrum in den USA und in Australien.

    Noch in diesem Jahr soll in Dudenhofen eine neue Messstrecke entstehen, mit der Geräusche eines vorbeifahrenden Autos untersucht werden. «Neue Strecken für Getriebe- und Fahrdynamiktests auf Formel-1-Niveau sowie die vollständige Kopie eines öffentlichen Straßenprofils inklusive eines City-Kurses sind die Highlights der weiteren Ausbaustufen», kündigte Ableson an. Hessens Wirtschafts-Staatssekretär Steffen Saebisch (FDP) versprach, die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass Opel auf gute Bedingungen für Investitionen treffe.

    Die Rundbahn erinnert an eine Autobahn - allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Die breite Straße ist geneigt, die Neigung wurde von 37,5 auf 40 Grad erhöht. Damit ist nun ein Spitzentempo von 250 Stundenkilometern möglich, das frei von Querkraft gefahren werden kann. Das bedeutet: Der Testpilot könnte theoretisch die Hände vom Steuer nehmen. «Der Job eines Versuchsfahrers ist alles andere als romantisch», erzählt Dauerversuchs-Ingenieur Michael Fischer. Einer müsse so genau arbeiten wie der andere, damit Tests miteinander verglichen werden könnten.

    Ein Abschnitt mit furchteinflößendem Namen ist im Testzentrum die Marterstrecke. Auf ihr geht es durch Schlaglöcher und über Höcker. «Wir brauchen für die schlechtesten Straßen die besten Straßenbauer», meinte Fischer. Denn Tests müssten härter und schlimmer sein als die Wirklichkeit. Es gebe auch Tests ohne Fahrer, dafür mit Roboter. «Der hat drei Füße. Einen fürs Gaspedal, einen für die Kupplung und den dritten für die Bremse.»

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