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    Nur zum Kennenlernen: Trier Bischof meldet sich arbeitslos

    Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist bei einem Besuch der Agentur für Arbeit in die Rolle eines Arbeitslosen geschlüpft. Der 49-Jährige meldete sich am Dienstag in Trier arbeitslos: Eine Arbeitsvermittlerin hatte auch Angebote für hn. Ihm war aber klar, dass der Selbstversuch nur begrenzt Erkenntnisse über die Realität liefert.

    Ein Bischof auf dem Arbeitsamt: Die Sparmaßnahmen bei der katholischen Kirche erfordern keinen so drastischen Schritt, Stephan Ackermann wollte aber die Situation erleben - und die Aufmerksamkeit darauf lenken.
    Ein Bischof auf dem Arbeitsamt: Die Sparmaßnahmen bei der katholischen Kirche erfordern keinen so drastischen Schritt, Stephan Ackermann wollte aber die Situation erleben - und die Aufmerksamkeit darauf lenken.
    Foto: DPA

    "Ich wollte selbst einmal sehen, was auf einen Arbeitslosen bei seiner ersten Meldung zukommt, um mich einfühlen zu können", sagte der Bischof. Ackermann setzt sich über den Arbeitslosen-Solidaritätsfonds des Bistums Trier "Aktion Arbeit" seit Jahren immer wieder vor allem für Langzeitarbeitslose ein.

    "Mir ist es wichtig, auch zwischendurch immer mal wieder konkreten Kontakt zu haben, sei es mit Betroffenen, mit Beschäftigungsbetrieben oder konkret vor Ort hier in der Agentur", sagte der Theologe. "Um nicht nur auf einer höheren Ebene gescheit zu reden, sondern auch konkret vor Ort eine Situation kennenzulernen." So ging er bei dem Szenario "arbeitsloser Bischof" zunächst mit einem Fachassistenten seine Daten und Formulare durch, um dann ein Vermittlungsgespräch zu bekommen. Seinen Personalausweis musste er aber nicht vorzeigen. "Ich gehe mal davon aus, dass Sie es sind", sagte der Bearbeiter.

    Vor allem die Langzeitarbeitslosen liegen Ackermann am Herzen. "Uns ist es ein Anliegen zu sagen, wir brauchen in starkem Maße öffentlich geförderte Beschäftigung, weil es natürlich Menschen gibt, die sich trotz aller Maßnahmen nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder vermitteln lassen, sagte er. Für Ackermann wäre ein neuer Job derzeit kein Problem, wenn er nun arbeitslos würde, versicherte eine Beraterin. Und bot ihm - fiktiv - mehrere mögliche offene Stellen an: Mitarbeiter an einer Uni, einen Leitungsposten in einer Jugendbildungsstätte oder Referent des Generalvikars im Bistum Essen.

    "Der Besuch des Bischofs ist eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass man keine Angst haben muss, sich arbeitslos zu melden", sagte der Sprecher der Trierer Agentur, Thomas Mares. "Arbeitslosigkeit ist kein Verbrechen und keine Schande. Es ist ein Sache, die in jedem Berufsleben vorkommen kann." Für die Erstmeldung müssten viele Formulare ausgefüllt werden. "Das sind nicht nur ein paar Zettel, das ist schon eine Menge", sagte Mares und schätzt etwa 15 Stück. Zur Person, zur Gesundheit, zur Berufserfahrung und so weiter.

    Ackermann ist klar: So ein Testlauf vor Ort hat seine Grenzen. Dennoch habe er ihm geholfen, "einen besseren Einblick zu bekommen", sagte er. Die Formulare, die man ausfüllen müsse, seien schon "umfangreiches Material, durch das man sich durchkämpfen muss". 

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