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Brüssel

Moskauer Importstopp: EU hilft Obst- und Gemüsebauern

dpa

Nach dem russischen Importverbot für europäische Lebensmittel hilft Brüssel betroffenen Bauern. Erzeuger von knapp 20 leicht verderblichen Obst- und Gemüsesorten können EU-Hilfe beantragen.

Tomaten
Die Hilfe gibt es für knapp 20 leicht verderbliche Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Tomaten.
Foto: Patrick Pleul – DPA

Das gab die Brüsseler EU-Kommission am Montag bekannt. «Nach den russischen Einschränkungen gibt es ein viel höheres Angebot auf dem Markt», erläuterte der Sprecher von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. «Diese Maßnahme soll das Angebot verringern, so dass die Preise nicht auf Krisenniveau rutschen.»

Geplant sind Aufkäufe und Entschädigungen für vorzeitige Ernte oder Ernteverzicht. Landwirte können ab diesem Montag auch rückwirkend Unterstützung beantragen. Die Vorkehrungen gelten bis Ende November, die EU-Kommission geht von Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro aus. Das Geld soll aus dem großen europäischen Topf für Agrarpolitik kommen.

Das Hilfsangebot gilt für Erzeuger von Tomaten, Möhren, Weißkohl, Paprika, Blumenkohl, Gewürz- und Salatgurken, Pilze, Äpfel, Birnen, Trauben zum Verzehr, Kiwis und rote Früchte. Letzteres ist laut EU-Kommission ein Sammelbegriff für Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren sowie schwarze, rote und weiße Johannisbeeren.

EU-Agrarkommissar Ciolos teilte mit: «Alle Bauern, die die betroffenen Produkte anbauen – egal ob in Erzeugerorganisationen oder nicht – kommen für diese Marktstützungsmaßnahmen infrage, wenn sie das für nötig halten.»

Bauernverbände aus verschiedenen EU-Ländern hatten sich besorgt gezeigt, so auch in Polen, Spanien, Belgien oder den Niederlanden.

Für Waren, die kostenfrei verteilt werden, erhalten Landwirte von der EU den vollen Preis. Für andere Aufkäufe, vorzeitige Ernte oder Ernteverzicht soll ihnen laut EU-Kommission der halbe Preis erstattet werden.

Die Auswirkungen des russischen Importverbots fallen je nach Frucht unterschiedlich aus. Während nach Brüsseler Angaben im vergangenen Jahr 10 Prozent der in Europa angebauten Kiwis nach Russland ausgeführt wurden sowie 8 Prozent der Birnen und 7 Prozent der Äpfel, war es bei Karotten und Rüben nur 1 Prozent.

Die EU-Kommission hatte die Stützungsmaßnahmen vergangene Woche angekündigt. Nachdem sie Informationen aus den EU-Staaten ausgewertet hat, gab die Behörde nun Details bekannt. Sie muss die Hilfen zwar noch offiziell beschließen, dies gilt einem Sprecher zufolge aber als Formalie.

Am Freitag will die EU-Kommission erneut mit Vertretern der EU-Staaten und des Europaparlaments in Brüssel über die Folgen der russischen Einschränkungen sprechen.

Wirtschaft
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