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    München

    Milliardenstreit um Kirch-Pleite bleibt offen

    Der Kirch-Prozess kommt auch nach Aussagen weiterer prominenter Zeugen nur langsam voran. Der Ausgang des zähen Rechtsstreits um milliardenschweren Schadenersatz von der Deutschen Bank für die Pleite der Kirch-Gruppe im Jahr 2002 bleibt offen.

    Kirch-Prozess
    Der Medienunternehmer Leo Kirch (vorn) und Rolf Breuer, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, bei Kirchs Schadenersatzprozess gegen die Deutsche Bank am 25.03.2011. Leo Kirch ist mitt
    Foto: DPA

    Der Mitte Juli gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte zeitlebens die Deutsche Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht und die Bank und Breuer mit etliche Klagen überzogen. Das Verfahren geht auch nach dem Tod Kirchs weiter und dürfte die Gerichte noch Jahre beschäftigen.

    Neben dem damaligen Chef der Dresdener Bank, Bernd Fahrholz, sagte am Mittwoch am Oberlandesgericht München auch der frühere Risiko-Vorstand der HypoVereinsbank, Stefan Jentzsch aus. Der Manager berichtete über eine Sitzung von Gläubigerbanken am 14. Februar 2002.

    Auf Einladung der Deutschen Bank besprachen damals Vertreter verschiedener Geldhäuser den weiteren Umgang mit der Kirch-Gruppe, die bereits in argen finanziellen Nöten war. Ob Breuer selbst an der Sitzung teilgenommen oder gar versucht hat, die anderen Banken zu einem Vorgehen zu drängen, konnte Jentzsch nicht mehr sagen. Im Reigen der von der Kirch-Seite benannten Zeugen, die in dieser Woche bisher vernommen wurden, war Jentzsch aber immerhin der einzige, der bei dem Termin überhaupt dabei war.

    Auf dem Treffen sei unter anderem darüber gesprochen worden, wie die Banken mit ihren Sicherheiten umgehen sollten. Kirch hatte im Gegenzug für Kredite verschiedene Teile seines Unternehmens an Banken verpfändet, etwa seine Beteiligung am Springer-Verlag oder an der Formel 1. Im Kern sei es darum gegangen, woher die 800 Millionen Euro kommen sollten, die die Tochter Kirch-Pay-TV bis Ende 2002 noch brauchte. Zu einer Einigung sei es aber nicht gekommen. «Wir sind ohne Ergebnis auseinandergegangen», sagte Jentzsch. Die Banken hätten am Ende zu unterschiedliche Interessen gehabt.

    Am Dienstag hatte bereits der frühere Chef der HypoVereinsbank (HVB), Albrecht Schmidt, über das Treffen ausgesagt, war aber wie der Ex-Chef der Dresdner Bank nicht bei dem Termin dabei. Am Nachmittag wurde noch der ehemalige Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann vernommen, der ebenso nicht bei dem Treffen war - und nicht einmal wusste, dass es die Sitzung gegeben hat. Stattdessen war er auf einer Sitzung von Kirchs Taurus-Holding, wo über die dramatische Finanzlage des Unternehmens gesprochen wurde.

    Am Donnerstag sollte eigentlich noch der damalige Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, vernommen werden. Da auch er nicht auf der Sitzung war, wollten am Nachmittag alle Seiten auf die Vernehmung verzichten. Da sie Müller aber telefonisch nicht erreichen konnten, blieb am Abend offen, ob der Termin am Donnerstag (10.00 Uhr) stattfindet. Am 14. November soll Verlegerin Friede Springer gehört werden.

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