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Bonn

Mehr Frauen und Ausländer in den Dax-Vorständen

dpa

In die Vorstände der großen deutschen Konzerne rücken Frauen und verstärkt Ausländer. Der Frauenanteil in den 30 DAX-Unternehmen hat sich in den vergangenen zwölf Monaten vervierfacht. In absoluten Zahlen ist diese «Feminisierung» allerdings auf bescheidenem Niveau:

Barbara Kux
Barbara Kux, Vorstandsmitglied für Einkauf bei Siemens, ist eine von vier Frauen im Vorstand von Dax-Unternehmen.

Nach einer Frau zuvor sind es inzwischen vier Frauen oder ganze zwei Prozent. Dies zeigen die Ergebnisse einer Erhebung der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partner. Der Trend zu mehr Frauen in Führungspositionen werde sich in den nächsten Jahren fortsetzen, prognostiziert einer der Autoren der Studie, Christoph Lesch. «In zehn Jahren werden mit Sicherheit über zehn Prozent der DAX-Vorstände weiblich sein.»

Ein zweiter Trend setzt sich ebenfalls stark fort: Der Anteil ausländischer DAX-Vorstände steigt und ausländische Manager rücken ans Steuer. Der Ausländeranteil hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf ein Allzeithoch von fast 30 Prozent verdoppelt, wie aus der Erhebung hervorgeht. Von 185 Vorständen kommen derzeit 52 aus dem Ausland, vor allem aus den USA. Und rund 60 Prozent der im vergangenen Jahr neu berufenen Vorstände stammen aus dem Ausland.

Besonders bei der Besetzung des Chefpostens werden immer öfter gezielt ausländische Manager berufen. Wenn im Oktober der Niederländer Marijn Dekkers die Führung des Bayer-Vorstands übernimmt, werden bereits 30 Prozent der DAX-Konzerne von Ausländern geführt.

Beispiel Siemens: Der Österreicher Peter Löscher rückte als Vorstandschef an die Spitze. Dann steigerte er den Anteil ausländischer Vorstände bis Mitte 2008 auf 38 Prozent. Außerdem berief er mit Barbara Kux und Brigitte Ederer zwei Frauen in den Vorstand. Da beide eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen ­ Kux ist Schweizerin, Ederer Österreicherin ­ liegt die Ausländerquote nun bei 44 Prozent, die Frauenquote bei 22 Prozent.

Wirtschaft
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