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    Frankfurt/Main

    Maschinenbau: Auftragseingänge weiter im Minus

    Die Euro-Schuldenkrise bremst den deutschen Maschinenbau: Potenzielle Investoren halten ihre Bestellungen zurück, und auch aus dem größten Absatzmarkt China liegen die Order weit unter Vorjahr.

    Maschinenbau
    Der befürchtete Einbruch ist ausgeblieben, für Entwarnung ist es im deutschen Maschinenbau aber zu früh.
    Foto: Jan-Peter Kasper - DPA

    Insgesamt gingen bei den mittelständisch geprägten Betrieben im Mai zum siebten Mal in Folge weniger Bestellungen ein als im Vorjahresmonat, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt berichtete. Die Auftragseingänge lagen real um sechs Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

    Dabei sank das Inlandsgeschäft im Jahresvergleich um acht Prozent, das Auslandsgeschäft um vier Prozent. Allerdings lief der Mai deutlich besser als der April, als die Ordereingänge im Jahresvergleich um elf Prozent zurückgingen, wie VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers betonte: «Der im Vormonat erwartete Auftragseinbruch ist ausgeblieben. Wir bewegen uns ungefähr auf dem Durchschnittsniveau des Vorjahres.» Insofern bestehe die Hoffnung, dass die Schlüsselindustrie in den kommenden Monaten wieder Plusraten beim Auftragseingang verzeichnen könne.

    Im Auslandsgeschäft fielen die Ordereingänge aus den Europartnerländern mit minus sieben Prozent besonders schwach aus. Und: Das Ende der Talfahrt ist noch nicht absehbar. Bei den Euro-Partnerländern laufe es nicht so gut, räumte Wiechers ein. Die Maschinen- und Anlagenbauer verkaufen etwa ein Viertel ihrer Exporte in den Euroraum.

    Hingegen scheint die Talsohle in den Ländern außerhalb der Währungsunion durchschritten, das Bild einer wieder anziehenden Nachfrage habe sich zuletzt bestätigt, sagte Wiechers. Im Mai lagen die Ordereingänge um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Auch die Bestellungen aus dem Inland könnten kurz vor der Wende zum Besseren stehen.

    Dennoch ist der Maschinenbau mit mehr als 960 000 Beschäftigten noch nicht über den Berg. Die Exporterwartungen in den Betrieben sind zuletzt in den Keller gerutscht, auch in den Schwellenländern - für die Maschinenbauer ein ebenso wichtiger Absatzmarkt wie die Eurozone - laufe die Entwicklung holprig. «Wir stellen fest, dass die wirtschaftliche Belebung wohl nicht ganz so flüssig vonstattengeht, wie wir uns das wünschen würden. Insbesondere China, unser größter einzelner Markt, bestellt nur zögerlich», sagte Wiechers. Die Exporte ins Land der Mitte bewegten sich zwar immer noch auf einem sehr hohen Niveau - aber ungefähr zehn Prozent unter Vorjahr.

    Nach einem kräftigen Produktionsplus zuletzt rechnet der Verband für 2012 nach früheren Angaben mit einer schwarzen Null und einer Jahresproduktion im Wert von 188 Milliarden Euro. «In den ersten vier Monaten haben wir ein Produktionsplus von sieben Prozent. Nach der Delle im vierten Quartal 2011 hat die Produktion also wieder deutlich angezogen», sagte Wiechers. Wegen des schwachen Auftragseingangs müsse sich die Branche jedoch in den kommenden Monaten auf niedrigere Wachstumsraten einstellen: «Insgesamt war das aber ein guter Start in ein wahrscheinlich nicht so einfaches Jahr.»

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