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Lufthansa: Tarifabschluss bringt Kostenentlastung

Frankfurt/Main (dpa) – Der Tarifabschluss mit den Piloten bei der Lufthansa bringt nach Angaben des Unternehmens eine spürbare Kostenentlastung. Das gelte besonders für den Verkehr zwischen kleineren Flughäfen außerhalb der Drehkreuze, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Konkrete Zahlen nannte es nicht. Zudem seien seit Jahren strittige Fragen zum Konzerntarifvertrag gelöst worden.

Lufthansa
Die Lufthansa ist besorgt über mögliche weitere Flugverbote wegen Vulkanasche-Wolken.

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten am Donnerstagabend nach monatelangen Auseinandersetzungen die Schlichtungsempfehlung des früheren Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi akzeptiert. Er sieht unter anderem eine 24-monatige Nullrunde für die rund 4500 Piloten bis einschließlich März 2011 vor.

Die Einigung bezieht sich auch auf die Frage, inwieweit kleinere Maschinen bei Lufthansa-Regionaltöchtern eingesetzt werden können, die nicht nach dem Konzerntarif bezahlen. Hier wurde die 70-Sitzer- Regelung von einer neuen 95-Sitzer-Regelung abgelöst, so dass auch etwas größere Maschinen bei den Regionaltöchtern eingesetzt werden können, wie Lufthansa weiter mitteilte.

Zudem einigten sich beide Seiten, dass künftig mehr als ein Fünftel der Konzernflotte bei den Regionaltöchtern fliegen darf. Dabei muss es sich nur um die kleinsten Maschinen der Flotte handeln, egal wieviele Sitze sie haben. Für Strecken zwischen Deutschland und der Schweiz oder Österreich, wo die Lufthansa Töchter wie Swiss und AUA hat, gibt es eine Quote, nach der Lufthansa-Piloten mindestens im Einsatz sein müssen.

«Dadurch werden nachhaltige Entwicklungsperspektiven für die Regionalverkehre gewährleistet», hieß es in der Mitteilung der Lufthansa. Auch für die Lufthansa-Tochter Lufthansa Italia sei eine Regelung gefunden worden, wonach die Tochter in Italien Piloten nach ortsüblichen Tarifen einstellen könne. Die Gewerkschaft hatte bereits am Vorabend erklärt, mit der Einigung seien die «Interessen der Piloten hinsichtlich der Vermeidung von Arbeitsplatz-Auslagerungen ins Ausland» berücksichtigt worden. Die Piloten hatten befürchtet, dass billige Töchter im In- und Ausland zunehmend zur Konkurrenz im eigenen Haus werden könnten.

Mit der Schlichtung ist eine der langwierigsten Tarifrunden in der Geschichte der Lufthansa beendet. Formal muss bei den Piloten noch eine Urabstimmung stattfinden, die bis zum 20. Juli laufen soll. Im Februar war die Auseinandersetzung so eskaliert, dass die Piloten in einen eintägigen Streik gingen, der erst vor dem Arbeitsgericht beendet wurde. Die Piloten hatten ursprünglich mehr Geld gefordert und eine größere Arbeitsplatzsicherheit verlangt. Lufthansa hatte dagegen einen Beitrag der Piloten zum aktuellen Sparprogramm gefordert.

# dpa-Notizblock

## Berichtigung – Im dritten und vierten Absatz wurde durchgängig korrigiert: bei den Regionaltöchtern (statt: Töchtern). Damit wird klargestellt, dass es sich nicht auf Auslandstöchter wie Swiss oder AUA bezieht.

## Orte – [Lufthansa](FRA, Deutschland)

Wirtschaft
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