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    Frankfurt/Main

    Lufthansa platziert interne Billigfluglinie in Köln

    Die Lufthansa zieht ihre umstrittenen Pläne für eine konzerninterne Billigfluglinie durch. Zum Jahreswechsel werden die Lufthansa-Direktverkehre mit der Tochter Germanwings kommerziell und organisatorisch zusammengeführt.

    Lufthansa
    Flugzeuge der Tochter Eurowings sollen im Auftrag der neuen Gesellschaft fliegen.
    Foto: Frank Rumpenhorst / Archiv - DPA

    Das beschloss am Mittwoch der Vorstand der größten Fluggesellschaft Europas in Frankfurt. Dafür wird keine neue Gesellschaft gegründet, sondern die bereits bestehende Germanwings GmbH als Basis genutzt. Der Sitz des Unternehmens bleibt Köln. Unter anderem waren auch Berlin und Düsseldorf im Gespräch.

    Auch Flugzeuge der Lufthansa Tochter Eurowings sollen im Auftrag der neuen Gesellschaft fliegen, die dann über 90 Jets der kleineren Airbus-Reihen verfügt. Sie wird für alle Flüge außerhalb der Drehkreuze München und Frankfurt zuständig sein. Im ersten Jahr sollen rund 18 Millionen Passagiere befördert werden, teilte Lufthansa weiter mit. Ein Markenname für die neue Gesellschaft steht noch nicht fest und soll erst in den kommenden Monaten gefunden werden.

    Die Gesellschaft werde als Teil des Lufthansa Airline Verbundes mit entsprechendem Qualitätsanspruch unterwegs sein, kündigte Vorstandschef Christoph Franz an. Die Bündelung der Direktverkehre berge erhebliche Effizienzpotenziale. Ziel sei es, die Verkehre unter dem Dach einer Gesellschaft wieder profitabel zu machen. Bislang fliegt Lufthansa in diesem von Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet angegriffenen Bereich hohe Verluste ein.

    Die Gewerkschaften wehren sich gegen ein deutlich niedrigeres Tarifniveau im Vergleich zur Lufthansa-Passage. Die Entgelte für die rund 2000 Flugbegleiter sind nach den Streiks auch inoffizielles Thema der Schlichtungsgespräche mit der Kabinengewerkschaft Ufo.

    Nach Einschätzung der Gewerkschaft liegen die Gehälter der Germanwings-Flugbegleiter rund 40 Prozent unter Lufthansa-Niveau. Rund 1200 der 18 000 Stewards und Stewardessen der Lufthansa müssten demnach in die neue Gesellschaft wechseln. Das Unternehmen hatte aber zugesichert, dass sie Angestellte der Lufthansa bleiben könnten.

    Vorprogrammiert ist mit der Entscheidung auch Streit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), der Franz in den bereits laufenden Tarifverhandlungen ebenfalls Opfer für die neue Direktfluglinie abverlangen will. In der «Financial Times Deutschland» hat VC-Präsident Ilja Schulz schon einmal klar gemacht: Einen Einsatz von Piloten in einer Lufthansa-Tochterairline zu anderen Tarifen und Arbeitsbedingungen wolle man nicht.

    Unterdessen könnte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber im kommenden Jahr Lufthansa-Aufsichtsratschef werden. Der Nominierungsausschuss des Gremiums sprach am Mittwoch eine Empfehlung für Mayrhuber als Nachfolger von Jürgen Weber aus, wie das Unternehmen mitteilte. Weber steht zur Hauptversammlung 2013 altersbedingt nicht mehr für eine erneute Wahl bereit.

    Mayrhuber war bis Ende 2010 Vorstandschef der Lufthansa und kann erst nach einer zweijährigen «Abkühlphase» an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt werden. Der Österreicher wird von Kritikern für den kostspieligen Expansionskurs in den Vorjahren verantwortlich gemacht, der nun weitgehend zurückgedreht wird.

    Im Frühjahr hatte der «Spiegel» berichtet, dass im Aufsichtsrat der Lufthansa der Widerstand gegen eine Wahl Mayrhubers wachse. Das Magazin zitierte mehrere Mitglieder des Kontrollgremiums, die einen scharfen Gegensatz zwischen dem aktuellen Sparkurs und der Linie Mayrhubers bis zu seinem Abschied als Lufthansa-Chef sehen.

    Zudem teilte die Lufthansa mit, am Frankfurter Flughafen ein modernes Logistikzentrum zu errichten. Der Nachfolge-Bau des über 30 Jahre alten Lufthansa Cargo Centers soll im Jahr 2018 in Betrieb genommen werden. Die Investitionssumme liege im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

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