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Berlin

Karstadt-Zwist zwischen von der Leyen und Brüderle

dpa

Der Fall Karstadt sorgt im Bundeskabinett für Streit. Laut Informationen der «Bild am Sonntag» geht es um das Engagement von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Leyen und Brüderle
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU, l) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). (Archivbild)

Die CDU-Politikerin habe am 6. August ein vertrauliches Schreiben an die Anleihegläubiger des Vermieterkonsortiums Hightstreet verfasst, dem 86 der 120 Karstadt-Immobilien gehören. Darin dränge die CDU Politikern auf eine Einigung zwischen Vermietern, Gläubigern und Karstadt-Investor Nicolas Berggruen.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der ein strikter Gegner staatlicher Einmischung in solchen Fällen ist, sagte der Zeitung dazu: «Die schwierigen Verhandlungen zwischen den Vermietern und potenziellen Erwerbern im Fall Karstadt zeigen eindrucksvoll, dass es in einer Sozialen Marktwirtschaft nicht Aufgabe des Staates ist, sich in Verhandlungen zwischen privaten Unternehmen einzuschalten.» Dies sei ureigenste Sache der Unternehmen. «Im übrigen gilt: Wer mitverhandelt, ist auch mit in der Haftung», sagte Brüderle.

Laut «Bild am Sonntag» appelliert von der Leyen in dem Schreiben an die Gläubiger-Vertreter: «Die Bundesregierung hat ein aktives Interesse, die verschiedenen Parteien bei der Umstrukturierung von Karstadt zu unterstützen, um eine Liquidierung dieses Unternehmens zu verhindern, die den Verlust von 25 000 Arbeitsplätzen, ernsthafte Konsequenzen für die Lieferanten und alle sonstigen beteiligten Parteien sowie erhebliche Kosten für die Bundesagentur für Arbeit nach sich ziehen würde.» Der Insolvenzverwalter habe ihr außerdem bestätigt, dass es keine weitere Fristverlängerung geben werde.

Das Insolvenzgericht hatte in der vergangenen Woche eine Entscheidung für den Insolvenzplan zum wiederholten Mal verschoben. Gibt es bis zum 2. September keine Einigung, droht die Liquidierung von Karstadt. Berggruens Kaufvertrag wird erst gültig, wenn er sich mit den Hightstreet über geringere Mieten einig ist. Bundesweit sind 25 000 Arbeitsplätze von der Karstadt-Insolvenz betroffen.

Wirtschaft
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